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Armin Laschet und Markus Söder geben ein Pressestatement.
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Nach außen hin gilt die Parole Schulterschluss: Markus Söder und Armin Laschet (rechts).

Bundestagswahl

Söder und Laschet: Ein Theater unter Männern, das uns keinen Schritt weiterbringt

  • Stephan Hebel
    VonStephan Hebel
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In der Union herrscht Unruhe. Doch viel wichtiger ist die Frage: Was brächte Söder dem Land, das Laschet nicht ebenfalls brächte? Ein Kommentar.

Nürnberg/Frankfurt – Was will eigentlich Markus Söder? Jetzt weniger politisch, Klimawandel, soziale Gerechtigkeit, Steuern, Internationales – das interessiert im Wahlkampf bekanntlich nicht so sehr, nein: Männerfeindschaft, Hahnenkampf, Machtpoker, mehr davon!

Allerdings, schlechte Nachricht für Sensationshungrige: Wir befinden uns gerade in der Phase, in der es beim Machtkampf des CSU-Vorsitzenden Markus Söder gegen den Unions-Kanzlerkandidaten Armin Laschet nur hinter der Bühne so richtig kracht. Vorne, wo es hell ist, gilt die Parole Schulterschluss. Innerhalb der CSU sowieso, aber ausnahmsweise auch mit der Schwesterpartei CDU.

Söder weiß, dass bei einer Laschet-Niederlage auch viel an ihm hängenbliebe

Der Mann an der CSU-Spitze weiß natürlich, dass für die mögliche Niederlage der Union unter Kandidat Laschet zu viel auch an ihm hängenbliebe, wenn er jetzt nicht den Laschet-Unterstützer gäbe. Es reicht ja, wenn Söders Generalsekretär mitteilt, mit dem Franken wäre alles besser gelaufen. So kurz vor der Bundestagswahl 2021 geht es nur noch darum, sauber dazustehen, wenn die Neuverteilung der Macht hinterher so richtig losgeht.

Allerdings ist ein wenig Vorsicht angebracht: Noch ist nicht ausgeschlossen, dass auch ein Wahlverlierer Laschet noch Kanzler wird. Die FDP mit Christian Lindner wedelt bereits mit der schwarz-grün-gelben Jamaika-Flagge, und wer weiß, ob die Grünen darauf nicht hereinfallen, wenn Lindner ihnen die Ampel verweigert und ein Linksbündnis „droht“.

Bundestagswahl 2021: Wird Markus Söder doch noch Kanzler?

Söder muss also darauf eingestellt sein, es doch mit einem Bundeskanzler Laschet zu tun zu bekommen. Zugleich muss beziehungsweise darf er allerdings auf die Möglichkeit eingestellt sein, dass Laschet nach einer Niederlage der CDU/CSU das Format besitzt, die Kanzlerschaft seinem bayerischen Konkurrenten anzutragen, Jamaika vorausgesetzt. Nirgends steht geschrieben, dass ein „Kanzlerkandidat“ einer zur Wahl stehenden Partei dieses Amt auch antreten muss. Schließlich wählen wir ein Parlament und keinen Kanzler, auch wenn die Parteien manchmal so tun. Über die Kanzlerschaft hat allein der neue Bundestag zu entscheiden.

So also steht es im Spiel um Posten und Personen, von dem manchmal in der Öffentlichkeit der Eindruck entsteht, als ginge es um nichts anderes. Und tatsächlich ist es gut möglich, dass Söder, der ja inzwischen sogar auf staatsmännisch machen kann, für die CDU/CSU mehr Stimmen geholt hätte.

Söder und Laschet: Ein Theater, das niemandem hilft

Aber was heißt das eigentlich? Was brächte er dem Land, das Laschet nicht ebenfalls brächte? Wer sagt, dass er den sozial-ökologischen Umbau entschieden angehen würde, im Gegensatz zum CDU-Vorsitzenden? Wo ist der entscheidende Unterschied zwischen einem, der praktisch nichts zu sagen hat über die Zukunft des Landes und einem, der mit vielen Worten ebenso wenig sagt?

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Ja, Politik hat einiges mit Personen zu tun. Aber tun wir nicht so, als sei das alles. Wer Veränderung für notwendig erachtet in diesem Land, sollte das Schauspiel in den Unionsparteien als das betrachten, was es ist: ein Theater unter Männern, das uns keinen Schritt weiterbringt. (Stephan Hebel)

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