Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Kommentar

Die Linke: Hauptsache, eine Lösung gefunden

  • Stephan Hebel
    VonStephan Hebel
    schließen

Die Linke kann sich rühmen, ein Duo aufgestellt zu haben, das die Partei ordentlich repräsentieren wird. Und das ist das Problem. Ein Kommentar.

Wenn das mal keine perfekte Doppelspitze ist: Janine Wissler und Dietmar Bartsch führen die Linkspartei als Spitzenkandidatin und -kandidat in die Bundestagswahl 2021, und schon jetzt haben sie wahrscheinlich alle Rekorde in multipler Quotierung gebrochen: Frau und Mann, sie aus dem Westen und er aus dem Osten, sie jünger, er älter, sie eine trotzkistisch geprägte Bewegungslinke, er ein eher bürgerlicher Typ mit SED-Vergangenheit, sie näher an den vielbesprochenen Identitätsthemen, er zu Hause im klassischen Sozialstaatsbereich, sie ein Stück radikaler, er schon eher das, was früher ein Sozialdemokrat gewesen wäre.

Die Linke: Kein großer Streit um die Spitze

Die Linke kann sich wirklich rühmen, diesmal ohne großen Streit ein Duo aufgestellt zu haben, das die Partei mit ihren nebeneinander existierenden Milieus und Strömungen und Flügeln ordentlich repräsentieren wird. Allerdings steckt genau darin auch das Problem.

Janine Wissler und Dietmar Bartsch: Spitzenkandidatenduo der Linken für die Bundestagswahl.

Es hat inzwischen in dieser Partei schon Tradition, die unterschiedlichen Politikansätze in Doppelspitzen „aufzuheben“. Nicht aufzuheben im Sinne des Überwindens, sondern im Sinne des Einsortierens: Hauptsache, es findet sich eine personelle Lösung, die als Schublade dienen kann für alle möglichen Farben im linken Spektrum.

Janine Wissler: Man muss sich nicht immer einig sein

Nun muss eine lebendige Partei nicht immer in allem einig sein, das betont Janine Wissler immer wieder und sie hat recht. Und Harmonie so perfekt zu inszenieren wie die Spitze der Grünen, ist sicher nur ganz außergewöhnlichen Talenten vergönnt.

Aber es würde auch nichts schaden, wenn auch an der Linken-Spitze in einem wichtigen Wahlkampf mal zwei Personen stünden, die ein entscheidendes Signal aussenden: dass die Linke mit der Spitzenkandidatur ihre inneren Unterschiede und Gegensätze nicht nur personell abbildet, sondern zumindest für diesen wichtigen Moment überwindet. Nie wäre das so wichtig gewesen wie heute, da das fortschrittliche Lager sich zwischen Identitäts- und Klassenpolitik heillos zu zerstreiten droht. (Stephan Hebel)

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare