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Brexit: Noch mal von vorn

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Von: Peter Rutkowski

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Die Ukraine drängt in die EU.
Die EU könnte Großbritannien sagen: „Told you so.“ © Arne Immanuel Bänsch/dpa

Die Einsicht vieler in Großbritannien, dass Europa die Zukunft ist, sollte dem Kontinent in Erinnerung rufen: Der Brexit nahm seinen Anfang in der durchaus berechtigten Kritik an einer dysfunktionalen EU. Der Kommentar.

Schadenfreude ist ein exakt so geschriebenes Wort der englischen Sprache. Man sagt aber eher: „Told you so.“ Da schwingt dann ein grimmiges Mitgefühl gegenüber dem Gestrauchelten mit. Die EU könnte nun Großbritannien sagen: „Told you so.“ Es geht auch kein Weg an der Erkenntnis vorbei, dass der Brexit eine wirklich selten dumme Idee war – Moment, das ist zu sanft: „Moronic“ beschreibt die intellektuelle Weitsicht der Brexiteers besser.

Das reicht jetzt aber. Schadenfreude ist doch immer eine Totgeburt. Da wird nie was Gutes draus. Aber die Einsicht einer Mehrheit in Großbritannien, dass Europa die Zukunft ist, sollte dem Kontinent in Erinnerung rufen: Der Brexit nahm seinen eigentlich ganz vernünftigen Anfang in der Kritik an einer dysfunktionalen EU, die von wenigen dominiert wird, die Lasten ungleich verteilt und die eben keine Union baut.

Nun hat Brüssel in drei Brexit-Jahren und einem Jahr Krieg in der Ukraine schon Einsicht in seine eigenen Mängel bewiesen, aber noch nicht genug. Wenn Europa es noch mal mit der Insel probiert – dann muss es das auch mit sich selbst.

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