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Brennstäbe umarmen?

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Von: Joachim Wille

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Wenn es nach den Unionspolitikern Merz und Söder geht, bekommt das bayerische Isar 2 bald neue Brennstäbe.
Wenn es nach den Unionspolitikern Merz und Söder geht, bekommt das bayerische Isar 2 bald neue Brennstäbe. © Peter Kneffel/dpa

Es ist nicht so einfach die Energiekrise zu überwinden, wie die Unionschefs Merz und Söder glauben machen wollen mit ihrer Kampagne zur AKW-Laufzeitverlängerung. Ein Kommentar.

Einen Baum umarmen, das bringt was fürs Image. Und vielleicht auch Wählerstimmen. Aber Brennstäbe umarmen? Das sollte man sich gut überlegen. Man könnte sich daran verbrennen.

Die Unionschefs Merz und Söder (der mit dem Baum) fahren seit Wochen eine Kampagne zur AKW-Laufzeitverlängerung. Nun wollten sie ihr mit persönlichen Besuchen im bayerischen AKW Isar 2 Nachdruck verleihen. Ergebnis ihrer Vor-Ort-Recherche: Der Weiterbetrieb ist technisch möglich, Personal dafür ist da, und sogar „der Grünen-Wähler“ fände ihn vertretbar.

Nur, so einfach ist die Sache leider nicht. Der Ausstieg ist von Ex-Unionschefin und -Kanzlerin Merkel 2011 nach Fukushima durchgesetzt worden. Die studierte Physikerin hatte erkannt: Ein Super-GAU, der weite Teile der Republik unbewohnbar machen würde, ist nicht nur in Japan, sondern auch hier möglich. Diese Gefahr nun durch ein Laufzeit-Plus von mehreren Jahren (Merz) zu verlängern, lässt sich mit den nötigen Kampf gegen Putins Gas-Waffe nicht rechtfertigen.

Einen „Streckbetrieb“ könnte nötig sein, um die Stabilität des Stromnetzes im kommenden Winter zu sichern. Ansonsten braucht es vollen Einsatz für ein 100-Prozent-Erneuerbaren-System. Das wäre was ganz Neues für Merz und Söder.

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