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Bidens gordischer Knoten

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Von: Andreas Schwarzkopf

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Alles vorbereitet für den Besuch des US-Präsidenten in Jerusalem.
Alles vorbereitet für den Besuch des US-Präsidenten in Jerusalem. © Ilia Yefimovich/dpa

Der US-Präsident braucht für den Erfolg seiner Nahost-Reise Saudi-Arabien, weshalb er nicht den Kronprinzen Mohammed bin Salman für den Mord an Jamal Kashoggi angehen wird. Der Kommentar.

US-Präsident Joe Biden will mit seiner Nahostreise nicht weniger als den gordischen Knoten lösen. Zunächst will er den Palästinensern im Konflikt mit den Israelis den Rücken stärken, ohne dabei die innenpolitische Krise in Jerusalem zu belasten. Einen Durchbruch in diesem Streit erwartet zwar niemand. Doch Biden benötigt einen kleinen Erfolg, um das mit den Palästinensern verbundene Saudi-Arabien für seine Ziele zu gewinnen.

Riad soll nicht nur den Ölhahn aufdrehen, um die weltweit angespannte Energielage zu entspannen. Saudi-Arabien soll auch stärker mit Israel kooperieren, damit das Bündnis zwischen Jerusalem und anderen Golfstaaten gestärkt wird, um den Einfluss Irans in der Region einzudämmen.

Teheran wiederum darf nicht zu sehr eingeschüchtert werden. Zum einen ist das Mullah-Regime wichtig, um den Stellvertreterkrieg zwischen Riad und Teheran im Jemen zu befrieden. Zum anderen will die Biden-Regierung das Atomabkommen mit Iran retten, um eine atomare Aufrüstung des Landes zu verhindern.

Dafür hat Biden bereits einen Preis gezahlt. Um den Nahen Osten sicherer zu machen, wird er nicht wie angekündigt den saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman für den Mord an Jamal Kashoggi bezahlen lassen.

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