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Besser Kohle als Atom

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Von: Joachim Wille

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Gibt neuerdings den nuklearen Lückenfüller: Finanzminister Christian Lindner.
Gibt neuerdings den nuklearen Lückenfüller: Finanzminister Christian Lindner. © Fabian Sommer/dpa

Mit CDU/CSU und FDP empfehlen ausgerechnet jene Parteien, die uns energiepolitisch im letzten Jahrzehnt so verletzbar gemacht haben, AKW länger laufen zu lassen. Der Kommentar.

Gasknappheit und Stromlücke. Der Winter wird hart, sagt CSU-Boss Söder. Die Ampel müsse daher „ideologiefrei“ alle Optionen in Betracht ziehen, so auch den Weiterbetrieb der drei Atomkraftwerke, die Ende 2022 abgeschaltet werden sollen. CDU-Chef Merz bläst ins selbe Horn. Doch auch in der Ampel gibt es neuerdings nukleare Lückenfüller, allen voran FDP-Minister Lindner.

Wäre die Sache nicht so ernst, es wäre zum, sarkastischen, Lachen. Die Parteien, die uns energiepolitisch im letzten Jahrzehnt so verletzbar gemacht haben, empfehlen, den Teufel mit Belzebub auszutreiben. Sie haben den Erneuerbaren-Ausbau abgewürgt, das Energiesparen vernachlässigt und die Abhängigkeit von Russland erhöht. Das wäre fast ein Grund, ihnen nun bei dem Thema das Mikrophon abzuschalten. Machen wir aber nicht.

Prüfen wir die Argumente von Söder und Co. ideologiefrei, zeigt sich: So einfach, wie die Herren meinen, geht das AKW-Länger-Laufen-Lassen nicht. Neue passende Brennelemente kämen zu spät, man müsste auf Sicherheitschecks verzichten, die nun fällig würden, es fehlen Ersatzteile. Und: Um Gas im Stromsektor zu ersetzen, ist Kohle ohnehin besser geeignet, wie im Habeck-Plan vorgesehen. Kohlemeiler liefern oft auch Fernwärme, die AKW nicht.

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