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Begrenzte Buße

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Von: Joachim Frank

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Papst Franziskus auf dem Friedhof einer ehemaligen Internatsschule in Maskwacis.
Papst Franziskus auf dem Friedhof einer ehemaligen Internatsschule in Maskwacis. © Gregorio Borgia/dpa

Der Papst hat in Kanada die richtige Geste gefunden für das Leid, das Kindern angetan wurde. Doch er macht sich eine beschönigende Bekenntnis-Formel seiner Vorgänger zu eigen. Ein Kommentar.

Papst Franziskus hat die Gabe, Menschen zu berühren. Seine „Bußreise“ nach Kanada mit der Bitte um Vergebung für unendliches Leid, das Kindern der indigenen Bevölkerung in kirchlicher Regie angetan wurde, sind eine richtige Geste und ein wichtiges Wort des Papstes.

Auch Franziskus hat sich in Kanada allerdings jener Bekenntnisformel seiner Vorgänger bedient, wonach „Mitglieder der Kirche“ Verfehlungen begangen hätten – als ob die Zustände in den katholischen Umerziehungsinternaten und die Kumpanei mit dem Staat nicht Sache der Kirche selbst gewesen wären. Sie stand als Institution nicht dort, wo sie hingehört hätte: an der Seite der Schwachen. Stattdessen machte sie sich mit den Mächtigen gemein.

Es hilft auch ganz und gar nichts, relativierend die „Zeitumstände“ ins Feld führen zu wollen. Kinder zu quälen, sexuell zu missbrauchen, verhungern zu lassen – das gehörte noch nie zu dem, was kirchliche Verantwortliche hätten tun oder billigen dürfen, wenn sie die eigene Botschaft ernst genommen hätten.

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