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Aufstieg der Rechten in Schweden: Schriller Alarmruf

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Von: Thomas Borchert

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Jimmie Åkesson hat mit den Schwedendemokraten – einer rechtsextremen Partei mit Wurzeln im Neonazismus – ein altes Rezept befolgt.
Jimmie Åkesson hat mit den Schwedendemokraten – einer rechtsextremen Partei mit Wurzeln im Neonazismus – ein altes Rezept befolgt. © dpa/(Archivbild)

In Schweden regieren jetzt Rechtsextreme mit. Die Entscheidung, die „Schwedendemokraten“ vom Nobelfest in Stockholm auszuschließen ist mutig - aber auch eine Warnung. Der Kommentar.

Nach dem alarmierenden Aufstieg der Schwedendemokraten ins Regierungslager gehört Mut dazu, den Chef der Rechtsextremen mit braunen Wurzeln weiter vom prestigeträchtigen Nobelfest in Stockholm auszuschließen. Immerhin haben 20 Prozent der Wählerschaft eines bisher stabilen demokratischen Landes der Partei ihre Stimme gegeben.

Die Nobelstiftung begründet die Ausladung mit den Fundamenten des Preises aller Preise: „Respekt für Wissenschaft, Kultur, Humanismus und Internationalismus“. Sie kann für jeden Punkt kiloweise Belege dafür vorweisen, dass die Schwedendemokraten mit dem Gegenteil Macht anstreben. Ihr Chef Jimmie Åkesson sieht keine wissenschaftlichen Beweise für eine akute Klimaproblematik, andere Spitzenleute sind bekennende Orbán-Fans und teilen dessen extrem unappetitliche „Skepsis“ gegenüber George Soros.

Am alarmierendsten an dem dann doch nur begrenzt mutigen Auftreten der Nobelstiftung ist die Ankündigung, den SD-Chef demnächst vielleicht doch einzuladen. Wenn er es auf den Posten des Regierungschefs geschafft haben sollte. Schriller kann der Warnruf für die schwedische Zivilgesellschaft nicht ausfallen.

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