1. Startseite
  2. Meinung
  3. Kommentare

Aufraffen, bitte

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Joachim Wille

Kommentare

Das Neun-Euro-Ticket wurde im Juni, Juli und August insgesamt 52 Millionen Mal verkauft.
Das Neun-Euro-Ticket wurde im Juni, Juli und August insgesamt 52 Millionen Mal verkauft. © Oliver Berg/dpa

Der Erfolg des 9-Euro-Tickets zeigt, dass die Verkehrswende gelingen kann, wenn das Billigticket fortgesetzt durch mehr Busse und Bahnen ergänzt wird. Der Kommentar.

Das wird ein Strohfeuer. So unkten selbst Fans der „Öffis“, als das Neun-Euro-Ticket im Frühjahr angekündigt wurde. Tatsächlich war das bundesweite Billigticket für Busse und Bahnen eine Hauruckaktion der Berliner Ampel gewesen. So wie der Tankrabatt.

Doch nun zeigt sich: Es war ein Supererfolg. Rund 52 Millionen Tickets verkauft. Und vor allem: Es wurde nicht nur das Ziel erreicht, Pendlerinnen und Pendler mit Monatskarte finanziell zu entlasten und ärmeren Haushalten Mobilität zu ermöglichen, die sie sich sonst nicht hätten leisten können. Es sind auch viel mehr Menschen vom Auto in Bus und Bahn umgestiegen, als man bisher dachte. Jede zehnte Fahrt war eine solche „Ökotour“, so die Daten der öffentlichen Verkehrsunternehmen.

Ein Strohfeuer? Keineswegs, sondern die Probe darauf, dass die Verkehrswende gelingen kann. Aber vielleicht doch ein Strohfeuer, wenn die Ampel sich mit den Ländern nicht schleunigst auf eine Anschlussregelung einigt, wobei vielleicht nicht neun Euro, aber maximal 29 angepeilt werden sollten. Das Ganze ergänzt durch ein Ausbaukonzept für Busse und Bahnen, damit auch auf dem Land umgestiegen werden kann. Diese Chance zu verpassen, wäre eine Blamage. Rafft euch auf, am letzten Tag der Neun-Euro-Ära!

Auch interessant

Kommentare