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Arme Studierende

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Von: George Grodensky

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Lebhaftes Treiben auf dem Unigelände im Frankfurter Westend.
Lebhaftes Treiben auf dem Unigelände im Frankfurter Westend. © Renate Hoyer

Eine weitreichende Bafög-Reform ist dringend geboten. Der Kreis der Bezieherinnen und Bezieher muss ebenso wachsen wie die Summe, die sie erhalten. Der Kommentar.

Goethes Faust hat einst wie im Fieberwahn studiert, hat fast verzweifelt Wissen gesammelt. Das kennen Studierende heute nur zu gut. Wer keine reichen Eltern hat, muss zum Vollzeitjob Studium ein bis drei Nebentätigkeiten ausüben, um über die Runden zu kommen.

Manche Studierenden geben auf

Erschreckende Zahlen dazu hat der Paritätische Wohlfahrtsverband jetzt veröffentlicht. Demnach schürfen 30 Prozent der Studierenden ihre Bildung unter der Armutsgrenze, von den alleine Lebenden sind es sogar vier von fünf. Sie sparen am Essen, schreiben an betagten Rechnern, quälen sich durch ruckelnde Onlineseminare, ziehen zu ihren Eltern zurück. Oder geben auf.

Das Bafög, das helfen könnte, bekommen längst nicht alle; selbst wenn, ist es angesichts unerschwinglicher Mieten in den Ballungsräumen und Preisanstiegen durch Krieg und Corona viel zu niedrig. Eine weitreichende Bafög-Reform ist darum dringend geboten, der Kreis der Bezieherinnen und Bezieher muss ebenso wachsen wie die Summe, die sie erhalten. Sonst wird des Pudels Kern aus einer Hochschulbildung nur für Wohlhabende bestehen.

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