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Annalena Baerbock hat recht – aber das reicht nicht

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Von: Viktor Funk

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Außenministerin Annalena Baerbock, hier bei einem Besuch vor einigen Tagen in Japan, schätzt die Nicht-Verhandlungsbereitschaft Putins richtig ein.
Außenministerin Annalena Baerbock, hier bei einem Besuch vor einigen Tagen in Japan, schätzt die Nicht-Verhandlungsbereitschaft Putins richtig ein. © Britta Pedersen/dpa

Außenministerin Annalena Baerbock sollte mit ihren Verbündeten den Druck auf das Putin-Regime erhöhen, um Verhandlungen mit Russland näherzukommen. Der Kommentar.

Annalena Baerbock hat recht – einerseits. Moskau will derzeit über ein Ende der Kämpfe in der Ukraine nicht verhandeln. Präsident Wladimir Putin hat aus seiner Perspektive einiges erreicht: Gebiete im Osten und Süden der Ukraine erobert, das aufmüpfige „Brudervolk“ schwer abgestraft und dem Westen ökonomisch geschadet. Die Zehntausende eigenen getöteten Soldaten, die Wirtschaftskrise, die Massenflucht gut ausgebildeter Menschen aus Russland, der Hunger in fernen Ländern durch die Blockade der Weizenexporte – das alles gefährdet den Kreml aktuell nicht. Also, warum verhandeln?

Ukraine-Krieg: Baerbock muss Putin zu Verhandlungen bringen

Andererseits reicht es nicht, wenn die deutsche Außenministerin die Lage realistisch einschätzt. Genauso wichtig ist es, weiter nach Wegen zu suchen, Putin zu Verhandlungen zu bringen. Er wird das nur tun, wenn er glaubt, etwas zu verlieren.

Seit er an der Macht ist, treiben Putin vor allem zwei Themen um, an denen der Westen ansetzen muss: Militär und Demografie. Militärisch ist einiges erreicht, Russlands Armee schwächelt. In puncto Demografie aber sollte der Westen mehr tun: russische Fachkräfte abwerben, die Auswanderung weiter fördern und Kriegsdienstverweigerer aufnehmen. Diese Themen sind so wichtig wie die Waffenhilfe, doch sie werden kaum diskutiert. (Viktor Funk)

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