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Angst vor Fliehkräften

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Von: Tobias Schwab

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Roma locuta causa finita – Rom hat entschieden, die Sache ist erledigt? Im Fall des deutschen Synodalen Weges sicher nicht.
Roma locuta causa finita – Rom hat entschieden, die Sache ist erledigt? Im Fall des deutschen Synodalen Weges sicher nicht. © Marijan Murat/dpa

Der Reformprozess des Synodalen Wegs lässt sich nicht aufhalten - auch nicht durch die scharfe Warnung des Vatikans. Der Kommentar.

Papst Franziskus liebt es zu scherzen – wie jüngst mit der Bemerkung, in Deutschland gebe es schon eine gute evangelische Kirche, es brauche keine zwei – und meint es meist doch sehr ernst. Das zeigt die aktuelle vatikanische Erklärung, die die deutschen Bischöfe und Laien davor warnt, eigenmächtig und ohne Abstimmung mit der Weltkirche Reformen umzusetzen.

Eine weitere Brüskierung der katholischen Kirche hierzulande, die mit dem Synodalen Weg um Reformen ringt, um eine Kirche zu erneuern, die durch Missbrauchsskandale in den Grundfesten erschüttert ist. Dabei stellt der Reformprozess weder die Autorität der Bischöfe infrage, noch will er sich in zentralen Fragen einfach von Rom abkoppeln. Im Vatikan aber geht die Angst um, das Beispiel könne Schule machen und mächtige Fliehkräfte entfalten.

Roma locuta causa finita (Rom hat entschieden, die Sache ist erledigt) - dieser kirchliche Grundsatz wird hierbei keine Wirkung entfalten. Der Reformprozess lässt sich nicht aufhalten. Und es könnte auch helfen, einfach einmal das direkte Gespräch miteinander zu suchen.

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