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Liz Truss ist angezählt

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Von: Andreas Schwarzkopf

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„Wachstum, Wachstum, Wachstum“: Ob dieses Truss’sche Mantra den Absturz der eigenen Umfragewerte bremsen kann, ist offen. AFP
„Wachstum, Wachstum, Wachstum“: Ob dieses Truss’sche Mantra den Absturz der eigenen Umfragewerte bremsen kann, ist offen. © afp

Die britische Premierministerin Liz Truss muss nach einem Fehlstart konkret sagen, wie sie das Land aus der Krise führen will, um im Amt bleiben zu können. Der Kommentar.

Der britischen Premierministerin Liz Truss ist es mit ihrer Abschlussrede beim Tory-Parteitag nicht gelungen, die erheblichen Zweifel an ihrem politischen Kurs zu beseitigen. Statt konkret zu sagen, wie sie das Land aus der Krise führen will, sprach sie erneut nebulös davon, durch Wachstum den Kuchen für alle vergrößern zu wollen, damit alle ein größeres Stück abbekommen.

Es ist fraglich, ob ihre Fraktion und ihre Partei ihr die Zeit lässt, die fehlenden Leerstellen zu füllen. Zu viel Vertrauen scheint bereits verloren, nachdem sie bei den geplanten Steuersenkungen einen spektakulären Rückzieher gemacht hatte und damit verhindert hat, dass der Parteitag sie wie geplant feiert. Zugleich hat sie die Hoffnungen beseitigt, mit ihr werde die politisch chaotische Zeit eines Boris Johnson beendet.

Fraglich ist auch, ob sie und die Tories aus dem politischen Totalschaden lernen. Sie müssten endlich begreifen, dass die Zeit des Neoliberalismus mit einem schlanken Staat längst vorbei ist. Vielmehr haben Banken- und Finanzkrise Ende der Nuller Jahre sowie die Pandemie gezeigt, wie wichtig ein starker Staat ist. Gelingt es Truss nicht, einen Weg aus der Krise zu weisen, dürften ihre Tage als Regierungschefin gezählt sein, werden die Tories sie wie ihre Vorgänger und Vorgängerinnen ersetzen.

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