Für Bundeskanzlerin Merkel wird der Winter „schwer“.
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Für Bundeskanzlerin Merkel wird der Winter „schwer“.

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Corona in Deutschland: Das Coronavirus hört Kanzlerin Merkel nicht zu

  • Stephan Hebel
    vonStephan Hebel
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Corona lässt sich – anders als eine Mehrheit der Deutschen zu Merkels besten Zeiten – nicht so leicht beschwichtigen, auch nicht mit Durchhalte-Appellen. Ein Kommentar.

Wo sie recht hat, hat sie recht: Der Winter werde „schwer“, hat Angela Merkel im Bundestag gesagt, und alle, die von Montag an wieder wichtiger Freiheiten beraubt werden, stimmen sicher zu.

Und doch hat die Krisenrhetorik der Kanzlerin etwas Verstörendes. Sie wirkt, als diene der Hinweis auf die „dramatische“ Lage vor allem dazu, den neuen Beinahe-Lockdown umso alternativloser erscheinen zu lassen. Als ließen sich noch jetzt, da sich seriöse Gegenstimmen mehren, die Versäumnisse des Sommers und die Mängel der neuen Beschlüsse durch große Worte kaschieren.

Solange es Corona gibt, bleiben Fragen

Aber das Virus lässt sich – anders als eine Mehrheit der Deutschen zu Merkels besten Zeiten – nicht so leicht beschwichtigen, auch nicht mit Durchhalte-Appellen. Solange die Pandemie weitergeht, werden auch die Fragen bleiben: Warum hat die Regierung nicht rechtzeitig und unter Beteiligung des Parlaments nach differenzierteren Maßnahmen für eine zweite Welle gesucht? Wo ist die Strategie für den Schutz besonders gefährdeter Gruppen? Wo die Rücksicht auf Branchen mit guten Hygienekonzepten?

Sicher, auch die Zivilgesellschaft hat ihren Anteil daran, dass die zweite Welle rollt. Aber eine Politik, die alle in die Pflicht nehmen will, müsste inzwischen mehr bieten als das Prinzip „Versuch und Irrtum“. (Stephan Hebel)

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