Ihr ruhiger Stil darf gerne Nachahmung finden. Aber Ruhe darf in der Nach-Merkel-Ära nicht länger Stillstand bedeuten.
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Ihr ruhiger Stil darf gerne Nachahmung finden. Aber Ruhe darf in der Nach-Merkel-Ära nicht länger Stillstand bedeuten.

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15 Jahre Kanzlerin Angela Merkel: Was ihr Nachfolger übernehmen sollte - und was nicht

  • Stephan Hebel
    vonStephan Hebel
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15 Jahre Kanzlerin: Den Klimaschutz, die Digitalisierung, soziale Brüche aller Art hat das Land, von Merkel in angenehmen Dämmerzustand versetzt, weitgehend verschlafen. Der Kommentar.

Wer im nächsten Jahr zum ersten Mal wählen darf, wird sich aller Voraussicht nach umgewöhnen müssten: Ein Mann wird Bundeskanzler. Und im politischen Raum wird es wohl lauter.

Angela Merkel, die am Sonntag vor genau 15 Jahren die Regierungsgeschäfte übernahm, hat nach außen immer den leiseren Ton und die unaufgeregte Ruhe gepflegt. Das wirkte und wirkt auf viele Menschen angenehm, verständlicherweise. Aber es hat auch eine andere Seite.

Angela Merkel steht für „Sie kennen mich“

Als Schlüsselsatz dieser Kanzlerschaft könnte sich im Rückblick nicht das berühmte „Wir schaffen das“ erweisen, sondern die Parole „Sie kennen mich“. Sie steht für Merkels erstaunliche Fähigkeit, einem menschlichen, aber politisch problematischen Bedürfnis zu entsprechen: Vertraut mir, so ihre Botschaft, ihr könnt in etwa so weitermachen wie bisher, ich passe schon auf.

15 Jahre Angela Merkel-Kanzlerschaft: Ruhe darf nicht länger Stillstand bedeuten

Dahinter blieb die Unfähigkeit oder der Unwille, das Land zu reformieren, viel zu lange verborgen: Den Klimaschutz, die Digitalisierung, soziale Brüche aller Art hat das Land, von „Mutti“ in angenehmen Dämmerzustand versetzt, weitgehend verschlafen.

Es muss nicht lauter werden nach Angela Merkel, ihr ruhiger Stil darf gerne Nachahmung finden. Aber Ruhe darf nicht länger Stillstand bedeuten. Dieses Erbe sollte ihr Nachfolger nicht antreten.

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