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Kommentar

Andreas Scheuer vor dem Untersuchungsausschuss: Man mag aus Scham gar nicht mehr hinschauen

  • Thomas Kaspar
    vonThomas Kaspar
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Das Ziel von Verkehrsminister Andreas Scheuer ist, möglichst lange im Amt zu bleiben - trotz Debakel bei der Pkw-Maut. Ein Kommentar.

  • Andreas Scheuer hält sich trotz anhaltender Kritik im Amt.
  • Das Verkehrsministerium vergeudet Zeit, anstatt sich um Digitalisierung und Verkehrsausbau zu kümmern.
  • Treue zu einem Skandalminister sollte nicht höher bewertet werden, als der Schutz von Steuergeld, kommentiert FR-Chefredakteur Thomas Kaspar.

Berlin - Wäre Andreas Scheuer ein Boxer, müsste man ihm Respekt zollen. Nach prasselnden Schlägen und harten Treffern steht er immer noch. Auch vor den erwarteten Aufwärtshaken im Untersuchungsausschuss hält er sich irgendwie auf den Beinen. Nun ist der CSU-Politiker aber kein Sportler, sondern Verkehrsminister. Sein Ziel kann nicht sein, möglichst lange im Amt durchzuhalten, sondern muss sein, sein Milliarden-Budget zum Wohl der Allgemeinheit einzusetzen. Torkeln ist nicht regieren.

Andreas Scheuers Verkehrsministerium vergeudet Zeit

Zu tun gäbe es genug: Doch statt über den Verkehrsumbau zu sprechen oder die Digitalisierung von Arbeit und Schule voranzutreiben, vergeudet sein Ministerium Pressekonferenzen mit der Frage, ob ihr oberster Chef auch diese Befragung übersteht. Bei Boxern mag man in blutigen Schlussphasen aus Scham gar nicht mehr hinschauen, bei Politikerinnen und Politikern muss die Öffentlichkeit wach bleiben. Nur weil Andreas Scheuer nichts nachgewiesen werden kann, ist er nicht entlastet.

Andreas Scheuer.

Die Chance, dass er vor der Wahl zurücktritt, ist minimal. Doch dann wird jeder Stimmzettel auch zum Brief an Andreas Scheuer und die Konservativen: Wer Nibelungentreue zu einem Skandalminister höher bewertet als den Schutz von Steuermitteln, sollte besser nicht die nächste Regierung stellen. (Thomas Kaspar)

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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