1. Startseite
  2. Meinung
  3. Kommentare

Andere Tonlage

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Viktor Funk

Kommentare

Beide Seiten wissen, dass sie einander brauchen: Außenministerin Annalena Baerbock mit ihrem Amtskollegen Sergej Lawrow in Moskau.
Beide Seiten wissen, dass sie einander brauchen: Außenministerin Annalena Baerbock mit ihrem Amtskollegen Sergej Lawrow in Moskau. © dpa

Außenministerin Annalena Baerbock verschafft sich beim russischen Amtskollegen Sergej Lawrow Respekt während ihres Besuchs in Moskau. Der Kommentar.

Ruhig, klar und souverän war Außenministerin Annalena Baerbock bei dem Auftritt mit Russlands Amtskollegen Sergej Lawrow vor der Presse. Was er zunächst vermied, das machte sie zum Gesprächsthema: die aggressive Machtdemonstration an der Grenze zur Ukraine.

Es war ein guter Auftakt für das Ausloten der deutsch-russischen Beziehungen unter der neuen Bundesregierung. Die Wörter „zusammen“ und „Zusammenarbeit“ waren oft zu hören.

Wie schwierig es aber werden wird, den Worten Taten folgen zu lassen, war ebenfalls unübersehbar: Beide Seiten wissen, dass sie einander brauchen und beide Seiten blicken auf viele Probleme, für die man den jeweils anderen beschuldigt: Syrien, Ukraine, Waffenverträge und viele mehr.

Doch etwas ist anders. Wer sich an die Auftritte des ehemaligen Außenministers Heiko Maas mit Lawrow erinnert, wird jetzt bemerkt haben, dass Lawrow seine Überheblichkeit zurückgestellt hat. Das spricht weniger für ihn, sondern mehr für Baerbock und ihre Positionen. Schon vor der Reise betonte sie, dass man am Beginn von langen Gesprächen stehe, das wiederholte sie in Moskau. Lawrow schmeckte das zwar nicht. Aber Fristen, die er noch vergangene Woche verkündete, erwähnte er nun nicht mehr.

Auch interessant

Kommentare