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Afghanistan-Einsatz: Kramp-Karrenbauer verhält sich fahrlässig

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Von: Karin Dalka

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Jens Arlt (l), Brigadegeneral, salutiert vor Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) bei ihrer Ankunft auf dem Flughafen.
Was Annegret Kramp-Karrenbauer plant, ist das Gegenteil von Aufklärung. © Marc Tessensohn/dpa

Der Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan ist gescheitert. Die notwendige Aufklärung bleibt aus. Ein Kommentar.  

Frankfurt - Dass der militärische Fokus des Afghanistan-Einsatzes ein wesentlicher Grund für sein Scheitern war, spiegeln die Zahlen der Bundesregierung zu den Kosten eindrücklich wider: Den weitaus größten Posten machte das Militär aus. Vergleichsweise lächerlich waren die zivilen Ausgaben – etwa für Entwicklungsprojekte, die auf dem Land vielen Menschen ein gutes Einkommen jenseits der lukrativen Drogenökonomie ermöglicht hätten.

Noch ergeben diese Zahlen aber nur unvollständiges Bild. Sagen sie doch nichts darüber aus, wie viel Geld in Afghanistan in die Taschen einer geschäftstüchtigen, korrupten Machtelite geflossen ist - was die Akzeptanz der westlichen Intervention in der Bevölkerung zusätzlich sabotiert und den Taliban wieder zur Macht verholfen hat.

Afghanistan: Gegenteil von Aufklärung

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer will am Mittwoch (06.10.2021) mit einer Bilanz der gescheiterten Afghanistan-Intervention beginnen – trotz der Absage von SPD, Grünen, FDP und sogar der Union aus CDU/CSU, die den Termin inmitten der Sondierungsphase zu Recht als Zumutung empfinden.

Schlimmer ist: Was die Ministerin plant, ist das Gegenteil von Aufklärung. Notwendig und überfällig ist eine gründliche Evaluation des Bundeswehreinsatzes mit Beteiligung unabhängiger Fachleute, wie sie die vier führenden Friedensforschungsinstitute Deutschlands verlangt haben.

Afghanistan: Politik hat sich taub gestellt

Das taten die Wissenschaftler:innen nicht zum ersten Mal – leider vergeblich. Dabei gab es während des 20-jährigen Bundeswehreinsatzes Anlässe zuhauf, die eigenen Fehler sorgfältig zu analysieren – und umzusteuern. Aber die Politik stellte sich taub.

Dieses Versäumnis hat sich bitter gerächt, das ist heute unübersehbar. Nur Kramp-Karrenbauer mag das offenbar nicht sehen. Das ist fahrlässig - nicht zuletzt mit Blick auf andere Auslandsmissionen der Bundeswehr. Die nächste Bundesregierung darf sich das nicht erlauben. (Karin Dalka)

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