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Abtreibungsparagraf 218: Schluss mit dem Gezerre

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Von: Tatjana Coerschulte

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Lange genug hat es gedauert, bis der Paragraf 219a gestrichen wurde. Konsequenterweise sollte das auch für 218 gelten. Der Kommentar.

Berlin – Jubelschreie, wie sie nach der Streichung des Paragrafen 219 a im Bundestag zu hören waren, sind bei diesem Thema ebenso unangebracht wie das düstere Tönen von CSU und AfD: Dass das Werbeverbot für Abtreibungen wegfällt, ist nicht mehr oder weniger als die Anpassung eines Gesetzes an eine veränderte Lebenswelt - und somit eine Reform, die diesen Namen verdient.

Seit langem war dieser Paragraf nur noch ein Instrument für radikale Abtreibungsgegner:innen, um Ärztinnen und Ärzte vor Gericht zu bringen. Es ist gut, dass mit diesem unwürdigen Gezerre jetzt Schluss ist. Mediziner:innen können Abbrüche nun einmal fachgerecht vornehmen. Dass ausgerechnet sie sich öffentlich nicht zu den Methoden äußern durften, war weltfremd.

Der Bundestag hat die Streichung von Paragraf 219a beschlossen.
Der Bundestag hat die Streichung von Paragraf 219a beschlossen. © Sachelle Babbar/imago

Nach Paragraf 219a: Jetzt soll auch das Abtreibungsverbot geprüft werden

Es ist nur konsequent, wenn die Ampel nun mit dem Paragrafen 218 auch das Abtreibungsverbot prüfen will. Die in dem Paragrafen vorgeschriebenen Beratungen und Fristen sollen sicherstellen, dass Betroffene ihr Handeln abwägen. Es mag den Gesetzgeber überraschen, aber das tun Frauen auch, ohne dass das Strafgesetzbuch sie dazu zwingt. (Tatjana Coerschulte)

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