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Gesundheitsdaten

Abfrage von Corona-Impfstatus: Eine persönliche Entscheidung, die den Arbeitgeber nichts angeht

  • Steffen Herrmann
    VonSteffen Herrmann
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Es ist richtig, dass Arbeitgeber den Impfstatus nicht abfragen können. Auch künftig sollte das Tor für ein Auskunftsrecht von Unternehmen geschlossen bleiben. Ein Kommentar.

Frankfurt – Eine gute Nachricht vorweg: Wir sprechen endlich wieder über Normalität am Arbeitsplatz, in der Universität und in den Sportvereinen. Das Impfen macht’s möglich.

Doch trotz der weitgehend gut laufenden Impfkampagne und Diskussionen über eine neue Normalität sollten wir vorsichtig sein, wenn Unternehmen und ihre Vertreter wie Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger ein Auskunftsrecht über den Impfstatus der Beschäftigten fordern und sich Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zumindest offen für eine Abfrage der Daten zeigt.

Impfstatus von Beschäftigten: Gesundheitsdaten sind aus guten Gründen besonders geschützt

Klar: Für die Chefin wäre es einfacher den Betrieb zu organisieren, wenn sie wüsste, welche Mitglieder ihres Teams geimpft sind. Aber Gesundheitsdaten, dazu gehört der Impfstatus, sind aus guten Gründen besonders geschützt: Das Wissen über chronische Krankheiten könnte Benachteiligungen begünstigen.

Eine Mitarbeiterin des Deutschen Roten Kreuzes impft eine Frau in einer mobilen Impfstation.

Auch der Impfstatus lässt potenziell diskriminierende Rückschlüsse zu: Ist der ungeimpfte Mitarbeiter ein Impfgegner? Verheimlicht die besonders früh geimpfte Kollegin eine schwere Vorerkrankung? Es ist also richtig, dass Arbeitgeber – von Betrieben in der Gesundheitsbranche abgesehen – den Impfstatus nicht abfragen können. Auch künftig sollte das Tor für ein Auskunftsrecht von Unternehmen geschlossen bleiben. Weil man es nach der Pandemie möglicherweise nicht mehr geschlossen bekäme. Die nächste Grippewelle kommt bestimmt. Und ob die Gesundheitsdaten der Beschäftigten für die Arbeitgeber dann tabu bleiben? Fraglich.

Impfstatus von Beschäftigten: Was Arbeitgeber tun sollten

Klar ist aber auch: Das Coronavirus ist gefährlicher als die üblichen, jährlich auftretenden Grippeviren. Arbeitgeber sollten also das anbieten, was mit Blick auf die Übertragungswege des Virus ohnehin sinnvoll ist: die Chance, im Homeoffice mit einer guter Ausstattung zu arbeiten, hohe Hygienestandards und kostenfreie Corona-Tests für alle, die in den Betrieb kommen, sowie Flexibilität, wenn sich Beschäftigte während der Arbeitszeit impfen lassen wollen. (Steffen Herrmann)

Rubriklistenbild: © Gregor Fischer/dpa

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