Im Krieg wie in der Liebe gilt ja jedes Mittel als recht. Auch wenn es billig ist.
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Im Krieg wie in der Liebe gilt ja jedes Mittel als recht. Auch wenn es billig ist.

Kommentar

Von Krieg und Mord

  • Peter Rutkowski
    vonPeter Rutkowski
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Die Empörung in der Bundeswehr über das Tucholsky-Urteil vor 35 Jahren war und ist unsouverän. Doch auch der Friedensbewegung hätte es gut getan, die eigenen Mittel zu hinterfragen. Der Kommentar.

Was haben sich die Leute vor 25, 30, 35 Jahren um den Satz gezankt: „Soldaten sind (potenzielle) Mörder“ – per Klammer leicht von Kurt Tucholskys Original relativiert. Griffig ist er in jedem Fall, keine Frage. Tucholsky eben. Der konnte das.

Aber viele Deutsche können es bis heute nicht. Die Empörung in der Bundeswehr war und ist unsouverän. Ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Pazifismus hätte deutschen Uniformträgern sehr gut getan. Würde es auch heute. Wird aber nicht gemacht. Das ist bedauerlich. Aber als pazifistische Provokation in Zeiten des potenziellen Atomtods – den nur Politiker ausgelöst hätten – war das echt billig. Im Krieg wie in der Liebe gilt ja jedes Mittel als recht. Die eigenen Mittel zu hinterfragen, hätte der Friedensbewegung auch gut getan.

Was aber bis heute ignoriert wird: Tucholskys „Mörder“ waren nicht anonyme Horden. Es waren konkrete Fanatiker, die ihre schon 1914-1918 durch Kriegsverbrechen „entehrte“ Uniform als Hitlers Stoßtrupps auf immer in den Schmutz zogen. Daraus sollte man Lehren für demokratische Streitkräfte ziehen.

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