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Bundestagswahl

Bundestagswahl: Immer wieder Friedrich Merz - diesmal im Hochsauerlandkreis

  • VonJoane Studnik
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SPD-Mann Dirk Wiese tritt bei der Bundestagswahl im Hochsauerlandkreis gegen Friedrich Merz an. Wie stehen seine Chancen? Die Kolumne.

Berlin - In einer Sitzungspause des Deutschen Bundestags, zwischen Debatten und Abstimmungen zu Bundeswehr-Auslandseinsätzen, Infektionsschutzgesetz, Impfpass und vielem mehr gibt mir Dirk Wiese einen Einblick in die Gemütslage an der Basis seiner Partei.

Der SPD-Abgeordnete ist Sprecher des Seeheimer Kreises, gesetzt als Direktkandidat im Hochsauerlandkreis. Seine Wahlchancen dort vergleicht er mit dem wackeren Zweitligisten Holstein Kiel – auch der habe ja gegen Bayern München gewonnen.

Für Merz lockt der fünfte Wahlsieg als Direktkandidat

Die Bayern verkörpert in diesem Vergleich Friedrich Merz. Ausgerechnet gegen den ehrgeizigen Kandidaten der CDU muss sich Dirk Wiese nun beweisen, nachdem Merz im Arnsberger Fußballstadion „Große Wiese“ die Kampfabstimmung um die CDU-Direktkandidatur gegen Patrick Sensburg gewann. Für Merz lockt der fünfte Wahlsieg als Direktkandidat, die SPD würde diesen konservativen südwestfälischen Wahlkreis zum ersten Mal überhaupt erobern.

Für Friedrich Merz (CDU) lockt der fünfte Wahlsieg als Direktkandidat im Hochsauerlandkreis.

Als solide und bodenständig beschreibt Dirk Wiese die Haltung seiner sauerländischen SPD. Die Region Südwestfalen sei mittlerweile die drittstärkste Industrieregion Deutschlands, mittelständig und exportorientiert. Unternehmerinnen und Unternehmer wohnen dort seit Generationen. „Es geht nur gemeinsam mit der Wirtschaft, sich den Herausforderungen zu stellen“, ist Wiese überzeugt.

SPD soll im Sauerland „greifbar“ sein

Von seinem Wahlkreisbüro in Meschede erreicht er den Bundestag nach fünf Stunden Fahrt. Doch die Parteizentrale der SPD scheint Lichtjahre entfernt zu sein. Identitätsdebatten, in die sich Berliner Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten jüngst verloren hatten, kommentiert Dirk Wiese knapp: „Manches Thema aus den Großstädten spielt bei mir vor Ort kaum eine Rolle.“ Fügt aber an: „Bei uns im Sauerland sagt man: Jeder soll nach seiner Façon glücklich werden und gut ist – und keiner soll Diskriminierungen ausgesetzt sein.“ Dagegen müsse man klare Kante zeigen, „aber es auch nicht als das alles entscheidende Thema hinstellen“.

Die SPD sei da erfolgreich und könne weiterhin Wahlen gewinnen, „wo sie vor Ort verankert ist“. In Vereinen und mit Multiplikatoren soll seine Partei greifbar sein. Die Leute müssten merken: „Die wollen mir jetzt nicht theoretisch die Welt erklären, sondern die kümmern sich um unsere Alltagssorgen.“

Der SPD-Abgeordnete Dirk Wiese ist Direktkandidat im Hochsauerlandkreis.

Viele von denen, die früher aus gefestigten Milieus heraus SPD wählten, haben der Partei den Rücken gekehrt. 500.000 Stimmen hatte die SPD bei der letzten Bundestagswahl an die sogenannte AfD verloren.

Die SPD und das Einwanderungsthema

In den Ortsvereinen rumort es, Blicke richten sich auf die dänischen Parteigenossen Socialdemokraterne. Diese besetzen unter ihrer Vorsitzenden Mette Frederiksen bei den Themen Zuwanderung und Integration stramm rechte Positionen, konnten laut Umfragen einige Prozentpunkte an Zustimmung für ihre Minderheitsregierung hinzugewinnen.

SPD-Vize Kevin Kühnert tat entsprechende Diskussionen als „nicht relevante Debatte“ ab. Dirk Wiese kontert: „Die SPD muss da keine Debatte scheuen. Jeder versteht in der Flüchtlings- und Zuwanderungsdebatte: Einwanderung und Zusammenleben braucht klare Regeln mit einem klar verorteten humanitären Kompass, insbesondere was Familien und Kinder betrifft.“

Mit den dänischen Sozialdemokraten gebe es einen wechselseitigen Dialog: Diese hätten wiederum großes Interesse an den wirtschaftspolitischen Papieren des Seeheimer Kreises „im Hinblick auf die Verbindung von Arbeit, Wirtschaft und Umwelt“, so Wiese. (Joane Studnik)

Rubriklistenbild: © Jonas Güttler/dpa

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