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Fischotter, eins von vielen „Tieren des Jahres 2021“.
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Fischotter, eins von vielen „Tieren des Jahres 2021“.

Kolumne

Von Alge bis Zauneidechse

  • vonManfred Niekisch
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Auch für 2021 wurden wieder Tiere und Pflanzen des Jahres gekürt. Weil sie älter sind als Dinosaurier – oder weil sie für Umweltprobleme stehen. Die Kolumne.

Eigentlich haben sie wenig gemeinsam, die Zauneidechse, der Hering, die Dänische Eintagsfliege und der Fischotter. Doch eines verbindet sie. Sie alle wurden zum „Tier des Jahres 2021“ ernannt.

Der einst als Fischräuber verpönte, heute hochbedrohte Fischotter erschien der Deutschen Wildtier-Stiftung würdig, diesen Titel zu tragen, wegen seiner biologischen Vielseitigkeit und seiner Gefährdung.

Die Dänische Eintagsfliege, Insekt des Jahres 2021, führt mit ihrem Namen gleich doppelt in die Irre, denn zum einen ist sie kein nordisches, sondern ein gesamteuropäisches Wesen. Des Weiteren lebt sie weit länger als nur einen Tag, nämlich bis zu drei Jahre vom Ei über das Larvenstadium bis zum erwachsenen Tier. Mit Verweis auf die komplexe Entwicklung und darauf, dass diese Fliegen schon flogen, bevor Dinosaurier über die Erde trampelten, will das Kuratorium der Insektenkundlerinnen und -kundler erreichen, dass dem vielen Menschen eher lästigen Geschöpf etwas mehr Ehrfurcht entgegengebracht wird. Man wird sehen, ob das funktioniert.

Dem Hering hingegen wird mit Sicherheit im Jahr 2021 große Aufmerksamkeit zuteil, schon wegen des brexitbedingten Fischereistreits. Und weil Fischerinnen und Fischer in der Ostsee mit deutlich geringeren Fangquoten leben müssen als im Vorjahr. Der Deutsche Angelfischerverband (DAFV) und das Bundesamt für Naturschutz (BfN) propagieren ihn als Fisch des Jahres, auch um die insgesamt bedrohte biologische Vielfalt der Meere in den Blickpunkt zu rücken.

Gleich zum zweiten Mal hintereinander wurde die Zauneidechse von der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) zum Reptil des Jahres gekürt. Das Corona-Jahr 2020 hatte einfach zu viele Gelegenheiten zunichte gemacht, sich mit dem Rückgang und der Rettung des einst häufigen Kriechtieres ausreichend zu befassen.

Bei all den Tieren des Jahres darf die Botanik nicht nachstehen. Mit der Stechpalme wählte die Stiftung Baum des Jahres eine Art, die schön anzusehen und ein Gewinnler des Klimawandels ist. Ihre Bestände nehmen zu, ganz im Unterschied zur Blume des Jahres 2021, zu welcher der Große Wiesenknopf von der Loki-Schmidt-Stiftung erhoben wurde. Er ist durch den von der Landwirtschaft verursachten Verlust von extensiv genutztem Grünland auf dem Rückzug.

Allen anderen Arten des Jahres 2021 bedeutungsmäßig den Rang ablaufen dürfte aber die Alge des Jahres. Mit ihrem satten Grün breitet sich die eingeschleppte Schlauchalge seit letztem Sommer mit rasender Geschwindigkeit über den Boden der Nordsee aus und droht das Welterbe Wattenmeer im wahrsten Sinne des Wortes von Grund auf schwer zu schädigen. Sie produziert Schlick, der alles Bodenleben erstickt. Man darf spekulieren, wann der daraus entweichende faulige Geruch von Schwefelwasserstoff den Leuten im Sylturlaub die frische Nordseebrise vergällt. Die Ernennung der Schlauchalge zur Alge des Jahres 2021 ist ein Alarmruf von Fachleuten der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Eine Kategorie „Virus des Jahres“ gibt es bislang nicht. Die Suche nach einem potenziellen Spitzenkandidaten dürfte aber kaum Schwierigkeiten bereiten.

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