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Psychologinnen und Psychologen erstellen meist fragwürdige Gutachten über Transgender. (Symbolbild)
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Psychologinnen und Psychologen erstellen meist fragwürdige Gutachten über Transgender. (Symbolbild)

Gutachten über Transpersonen

Gutachter:innen bringen Transidentität mit sexuellen Abartigkeiten in Verbindung

  • VonJoane Studnik
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Das teils verfassungswidrige Transsexuellengesetz (TSG) zwingt Transmenschen, sich teure Gutachten einzuholen, die sie, fachlich falsch, für psychisch krank erklären. Die Gutachten lesen sich mitunter haarsträubend. Die Kolumne.

Berlin - Eine Branche fürchtet um Einnahmen, die sich laut Bundesfamilienministerium jährlich auf Millionen summieren. Die Rede ist von Psychologinnen und Psychologen mit der Fachqualifikation, Rechtsgutachten über transidente Menschen zu erstellen. 2019 geriet die Szene bereits in Aufruhr, als im Personenstandsgesetz der Paragraf 45b eingefügt wurde – für „Personen mit ‚Varianten der Geschlechtsentwicklung‘“.

Damit meinte das Bundesinnenministerium intersexuelle Menschen, die seitdem ihren Geschlechtseintrag ohne Gerichtsverfahren beim Standesamt ändern können. Angesprochen fühlten sich gleichwohl transidente Menschen, in der Hoffnung, ihnen bliebe erspart, wozu sie das teils verfassungswidrige Transsexuellengesetz (TSG) zwingt: nämlich zwei teure Gutachten einzuholen, die sie, fachlich falsch, für psychisch krank erklären. Eine Expertise im Auftrag des Familienministeriums konstatiert die „Zwecklosigkeit“ dieser Praxis und rät zu prüfen, „ob hier eine unzweckmäßige Verwendung von Steuergeldern vorliegt“.

Gutachten über Transpersonen: Blüten das Begutachtungswesen in Deutschland

Menschenrechtsaktivistin Julia Monro setzt sich in Verhandlungen mit der Bundesregierung für die Selbstbestimmung transidenter Personen ein. Zur Veranschaulichung, welche Blüten das Begutachtungswesen in Deutschland treibt, zeigt sie mir einen geleakten Diskussionsverlauf eines Forums für Psychologinnen und Psychologen.

Eine gelernte Floristin, auf dem zweiten Bildungsweg Psychotherapeutin geworden, erzählte dort, ihr früherer Chefarzt hätte ihr einige seiner Gutachten über Transmenschen abgetreten. So habe sie „den Fuß in die Tür der Gerichte bekommen“.

Die Begutachtungen, die Julia Monro vorliegen, lesen sich mitunter haarsträubend. Transfrau Stefanie sollte einen Fragebogen ausfüllen: Wie oft sie eine weibliche Brust oder männliche Genitalien manuell oder oral stimuliert habe? Die Frage, „wie oft masturbieren Sie durchschnittlich innerhalb eines Monats“, beantwortete Stefanie mit der naheliegenden Gegenfrage: „Was soll das?“. Der Gutachter habe ihr daraufhin erklärt, das sei „der Standardfragebogen, den wir immer verwenden“.

Transpersonen mussten sich „Pädophilie-Test“ unterziehen

Ein Transmann berichtet von einem „Pädophilie-Test“, den er in einer Berliner Klinik habe durchlaufen sollen. Ihm seien Bilder von nackten Kleinkindern gezeigt worden. Er habe auf einer Skala von 1 bis 5 bewerten müssen, „wie sehr mich diese erregen“.

Auffällig ist, wie oft gewisse Gutachterinnen und Gutachter Transidentität mit sexuellen Abartigkeiten in Verbindung bringen, was viel über ihr Weltbild und Fachwissen verrät. Gerne wird die verstaubte These verfolgt, hinter Transidentität verberge sich eine verkappte Homosexualität.

Eine Berliner Gutachterin hatte sich zum Gespött der Szene gemacht, als sie Transfrauen testweise in die Schwulensauna schickte. Dieselbe Gutachterin erklärte mir übrigens in einem ihrer lichteren Momente: Ob man auf Frauen oder Männer steht, daran ändert die Transition nichts.

Führenden Trans-Interessenverbände fordern, die Begutachtungspraxis abzuschaffen

Die führenden Trans-Interessenverbände fordern, die Begutachtungspraxis abzuschaffen. Doch dagegen stemmt sich die „Psycho-Lobby“. Als Anfang 2019 bekannt wurde, dass auch Transpersonen das neue Gesetz mit Paragraf 45b benutzten, habe diese sich umgehend an das Bundesinnenministerium gewandt. Den Psychologinnen und Psychologen sei es dabei weniger um das Wohl ihrer Patientinnen und Patienten gegangen, meint Monro. Sie hätten vielmehr befürchtet, ihnen ginge fortan viel „Geld flöten“. (Joane Studnik)

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