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Protest mit Greta Thunberg vor dem Klimagipfel. (Photo by Tolga Akmen / AFP)
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Protest mit Greta Thunberg vor dem Klimagipfel. (Photo by Tolga Akmen / AFP)

KOLUMNE

Tödlicher Einsatz für Umweltschutz und Menschenrechte

  • Manfred Niekisch
    VonManfred Niekisch
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Hunderte Menschen werden jährlich ermordet, weil sie sich ökologisch und sozial engagieren. Die Öffentlichkeit nimmt davon kaum Notiz. Die Kolumne.

Signale, die Hoffnung machen, gibt es kaum. Noch bevor am Sonntag der 26. Klimagipfel der Vereinten Nationen in Glasgow beginnt, herrscht kein Zweifel, dass die angepeilten Ziele längst verfehlt sind. Die Treibhausgasemissionen steigen weiter, mit ihnen die Erdtemperatur, das 1,5-Grad-Ziel ist aus der Welt gefallen. Und schon tönen wieder die uneinsichtigen Fossil-Fans aus ihren abenteuerlichen Abseitspositionen, um das Heil in der Atomkraft zu verkünden. All die, welche den Glauben an Kohle, Erdgas, Öl nie aufgegeben haben, sehen sich im Aufwind, denn niedrige Energiepreise erscheinen ihnen wichtiger als eine menschenfreundliche Zukunft.

Umso widersinniger erscheint dieser Klimagipfel, zumal die am stärksten vom Klimawandel Betroffenen, die armen Staaten der Erde, und viele, die sich für den Klimaschutz engagieren, in einem Mix aus Corona-Reisebeschränkungen, mangelnden Hotelkapazitäten, finanziellen Engpässen und fehlender Solidarität der Industrienationen gar nicht erst anreisen, geschweige denn teilnehmen können.

Einsätze für Umwelt und Menschenrechte enden allzu oft mit Mord

Was mögen angesichts dessen all jene empfinden, die im Einsatz für die Wälder ihr Leben riskieren? Oder die Hinterbliebenen all derer, die wegen ihres Einsatzes für die Walderhaltung umgebracht wurden? Nicht all diesen Mordopfern machte zuvorderst der Klimawandel Sorge, sondern ihr Engagement galt auch dem Kampf gegen die Entwaldung ihrer Heimat, für den Zugang zu sauberem Wasser, gegen Umweltrisiken, verursacht durch Bergbau und Staudammplanungen, kurz: um die Verteidigung der Menschenrechte in ihrer Region.

Die Dokumentationen einschlägiger Nichtregierungsorganisationen sprechen eine traurige Sprache und lassen keinen Zweifel, dass Einsätze für die Umwelt und für Menschenrechte nicht voneinander zu trennen sind und allzu oft mit Mord enden. Beispielsweise die Berichte des „Informationssystems über Angriffe gegen Personen, die Menschenrechte in Kolumbien verteidigen“ (Siaddhh). Allein für die ersten drei Monate 2021 stehen dort die Fotos und Verdienste von 28 Opfern, darunter fünf Frauen, die als Vertreterinnen und Vertreter lokaler, oft indigener Gemeinschaften und der Gewerkschaften umgebracht wurden.

Menschenrechte und Klimaschutz sind untrennbar verbunden

Bei weitem die meisten Täter dieses Wahnsinns bleiben schlichtweg unbekannt. Es ist keine Spekulation anzunehmen, dass sie aus den Kreisen derer kommen, denen die mutigen Fürstreiterinnen und Fürstreiter der Zivilgesellschaft bei der skrupellosen Profitmache auf Kosten von Umwelt und Menschenrechten im Wege standen. Abholzer, Goldgräber, Wilderer, Umweltfrevler. Wenn nicht einmal die Täter gefasst werden, wie dann die hinter ihnen stehenden Auftraggeber? Ermittlungen, Strafverfolgung? Meist Fehlanzeige. Die Verhältnisse in Ländern wie Nicaragua, Mexiko und Honduras sind ähnlich.

In Afrika gilt der Beruf des Nationalpark-Rangers seit Jahren als besonders gefährlich. Das schlimme Gemetzel an sechs Mitarbeitern des Virunga-Nationalparks gleich zu Jahresanfang 2021 war nicht das erste, und es besteht die berechtigte Furcht, dass es nicht das letzte war.

Die Dunkelziffer solcher Morde ist hoch. Es ist nicht vorgesehen, diesen stillen Heldinnen und Helden des Waldschutzes in Glasgow eine Gedenkminute zu widmen. Das wäre immerhin ein globales Signal, dass Menschenrechte und der Schutz von Wald und Klima untrennbar verbunden sind.

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