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Nichts sagen, nichts hören, nichts sehen: In der Urlaubssaison zeigt sich, wie gleichgültig viele Menschen ihrem Haustier gegenüber stehen.
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Nichts sagen, nichts hören, nichts sehen: In der Urlaubssaison zeigt sich, wie gleichgültig viele Menschen ihrem Haustier gegenüber stehen.

Kolumne

Tierleid wegen Urlaub: Situation könnte sich verschärfen

Ausgesetzt oder ausgenutzt, mit Tieren wird Schindluder getrieben, entweder weil der Urlaub beginnt oder weil Tiere das Urlaubserlebnis verschönern sollen. Die Kolumne.

Es war eine der großen Fragen der letzten Monate, wann endlich wieder richtiger Urlaub möglich ist. Die coronabedingten Barrieren werden gerade geliftet, die Tourismusbranche ist für den Ansturm gewappnet.

Da grätschen die Tierschutzverbände sorgenvoll in die Aufbruchsstimmung. Denn leider ist der Beginn der Urlaubszeit alljährlich gekennzeichnet von Hunden, die auf Autobahnparkplätzen zurückgelassen werden, von Kartons voller Meerschweinchen oder Zwerghasen, die nachts vor den Türen der Tierheime abgestellt werden, und von anderen Formen bequemer wie verantwortungsloser Entsorgung urlaubsbehindernder Kuscheltiere.

Corona-Pandemie hat Nachfrage nach Tieren verstärkt

Dieses Jahr könnte die Situation sich noch schärfer gestalten als in den Vorjahren. Pandemiebedingt hat eine Mischung aus Langeweile und Vereinsamung eine verstärkte Nachfrage nach tierischen Hausgenossen ausgelöst. Davon können nicht nur seriöse Züchterinnen und Züchter berichten. Polizei und Zoll gelangen zahlreiche Aufgriffe von illegalen Transporten junger Hunde und Katzen, die in Verschlägen unter schlimmsten Bedingungen produziert und unter Ausnutzung des Nachfragebooms aus dem Kofferraum heraus verhökert werden.

Kuscheln mit Tieren ist auch an den Urlaubsorten als Fotomotiv höchst beliebt. Wuschelige Löwenbabys mit runden Köpfen, großen Augen und flauschigen Ohren lassen allzu leicht vergessen, dass dahinter nicht nur üble Geschäftemacherei steckt, sondern auch jede Menge Tierleid. International bekanntgeworden sind die sogenannten Blutlöwen in Südafrika. Sie werden in großem Umfang gezüchtet. Als Jungtiere sind sie bestens geeignet für niedliche Bilder auf dem Arm von Touristinnen und Touristen, danach werden sie als erwachsene Tiere schießwütigen Menschen vor die Flinte gesetzt.

Tiger mit Beruhigungsmitteln zugedröhnt

Es gibt sogar Zuchtfarmen, in denen bewusst falsch als verwaist deklarierte Löwenbabys von Freiwilligen aufgepäppelt werden. Diese Naivlinge zahlen sogar dafür, dass sie in solchen hinterlistig als „Aufzuchtstationen“ deklarierten Touristenfallen ein paar Tage oder Wochen kleine Opfertiere pflegen dürfen. Bis diese groß genug sind für den Abschuss.

Notorisch sind die Fotomitbringsel mit verschmusten Tigern in Asien. Die sind weder süchtig nach Streicheleinheiten noch zahm, sondern so vollgedröhnt mit Beruhigungsmitteln, dass ihr Kopf mitunter für den Moment der Aufnahme gestützt werden muss, damit er nicht auf den Boden plumpst. Zur Sicherheit fesselt eine kurze Kette um den Hals das Tier eng an den Boden.

Affen-Muttertiere werden geschossen – Jungtiere als Fotoobjekt

Verführerisch wirken auch die niedlichen Jungtiere von Schimpansen und Orang-Utans, zumindest solange man nicht bedenkt, dass deren Mütter geschossen wurden, um die Jungtiere als Fotoobjekte missbrauchen zu können.

Als Königsdisziplin des tropischen Tiererlebnisses gilt so manchem das Elefantenreiten. Die eine oder andere Pflegestation in Thailand versucht, ausgedienten und ausgemergelten Arbeitselefanten ein angenehmes Restleben zu bieten. Egal wo: Man sollte den Tieren weiteren Stress und die Belastung mit den Pfunden europäischer Reisender ersparen, denn Elefantenritte sind kein Spaß, sondern Tierquälerei.

Bei Tiermissbrauch am Urlaubsort ist die höflich-entschiedene Ablehnung angebracht. Tierselig zu lächeln, vor Freude zu kreischen oder aus Mitleid zu zahlen, fördert die Tierquälerei.

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