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Sonnenstrahlen in Lagune, New Ireland, Papua Neuguinea Sun Rays in Lagoon, New Ireland, Papua New Guinea Lagune.
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Auf dem Grund des Ur-Ozeans entwickelte sich die Ur-Form des Lebens.

Kolumne

Tage für heiße Luft und Umwelt

  • Manfred Niekisch
    VonManfred Niekisch
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Der 5. Juni ist ein bedeutungsvoller Tag, aber es fragt sich, was er bewirken kann. Das Ministerium für Umwelt feiert zeitnah Geburtstag.

Sie folgen alljährlich dicht aufeinander, der Weltumwelttag am 5. Juni und der Welttag der Ozeane drei Tage später. Von den Vereinten Nationen (UN) ausgerufen, sollen anlässlich dieser Tage der Öffentlichkeit die Probleme von Umwelt und Meeren mit speziellen Veranstaltungen und Aktionen besonders ins Gedächtnis gerufen werden.

Den Meerestag gibt es erst seit 2009. Dagegen markiert der Weltumwelttag ein fast historisches, jedenfalls bis heute nachwirkendes Ereignis, nämlich den Eröffnungstag der ersten Umweltkonferenz der Vereinten Nationen im Jahr 1972 in Stockholm. Dazu wurde er offiziell vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen, Unep, ausgerufen. Seitdem beteiligen sich weltweit jährlich rund 150 Staaten daran. Die Bundesrepublik Deutschland hat ab 1976 den 5. Juni zu ihrem jährlichen „Tag der Umwelt“ erklärt.

Das Datum entbehrt nicht einer gewissen Komplexität und Ernsthaftigkeit angesichts konkurrierender Gedenktage, die in den Vereinigten Staaten von Amerika genau gleich liegen. Es sind dies der Tag des Lebkuchens, der Tag des Ketchups und der Tag des Heißluftballons.

Die beiden erstgenannten mussten bisher zumindest in Deutschland nur bedingt mit dem Umwelttag um die Aufmerksamkeit breiterer Kreise der Bevölkerung buhlen. Der Heißluftballon-Tag könnte hingegen über Primitiv-Assoziationen bezüglich seiner Füllung und der Umweltpolitik reichlich Stoff zu Spott und Kalauern liefern.

Wenigstens hat US-Präsident Joe Biden begonnen, die Klimapolitik seines Vorgängers umzukrempeln, zu Menschenrechten ein sensibleres Verhältnis zu etablieren und beispielsweise die von Donald Trump erteilte Bohrgenehmigung nach Gas und Öl im arktischen Schutzgebiet in Alaska erst einmal ausgesetzt. Statt sie gleich zu verbieten, lässt er allerdings erst einmal prüfen, ob ihr formaljuristisch beizukommen ist.

Beim diesjährigen globalen Tag der Umwelt 2021 zielt das Motto auf die Wiederherstellung von Ökosystemen. Die Mitmach-Länder sind aber frei, ein national adaptiertes, anderes Thema in den Mittelpunkt zu stellen, welches für Deutschland diesmal „Nein zu Wegwerf-Plastik – ja zu Mehrweg“ lautet.

Das passt prima, denn in wenigen Wochen, von Juli an, werden bestimmte Einwegartikel aus Plastik in der gesamten Europäischen Union verboten sein. Leider hat der schwerfällige EU-Apparat der Industrie für zu viele Produkte komfortable Übergangsfristen eingeräumt.

Dabei ist das Plastikproblem längst bekannt und viel älter als das jetzt gewählte Motto. Da hätte es für solche Übergangsfristen eigentlich keinen Bedarf gegeben. Wie auch immer, das Thema passt bestens auch zum Tag der Meere.

Eine Geburtstagsfeier könnte es am 6. Juni geben, gleich nach dem Weltumwelttag. An diesem Tag wurde 1986 das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gegründet. Das hatte nichts mit dem Weltumwelttag zu tun, sondern war ausgelöst durch den Reaktorunfall in Tschernobyl am 26. April 1986. Es bedurfte der Katastrophe, um etwas in Bewegung zu setzen.

Die Wirksamkeit von Meeres- und Umwelttag kann man hingegen getrost hinterfragen. Umwelt und Ozeane hätten es sowieso längst verdient, dass jeder Tag des Jahres der Sorge um sie gewidmet ist.

Der Autor ist Biologe und ehemaliger Zoodirektor.

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