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Tag des Artenschutzes: Danke im Namen der Tiere

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Von: Manfred Niekisch

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Sojafelder neben Regenwald: Die Bedrohungslage ist komplexer geworden.
Sojafelder neben Regenwald: Die Bedrohungslage ist komplexer geworden. © Leo Correa/dpa

Der Welttag des Artenschutzes bietet wenig Anlass zu Feiern, aber es gibt einige Erfolge. Dafür gebührt Menschen Dank, denen dieser Tag gewidmet werden sollte. Die Kolumne.

Da war er wieder, der Tag des Artenschutzes, der 3. März. Gut, dass es ihn gibt. Auch wenn er dieses Jahr mehr noch als in den Vorjahren in den Hintergrund trat. Letztes Jahr dominierte die Corona-Pandemie die Meldungen in den Medien. Dieses Jahr stellt der Horror, den Putins Krieg derzeit verbreitet, alles andere in den Schatten. Da bleibt in Herz und Kopf der Öffentlichkeit nicht zuvorderst der Gedanke an den Schutz von Tieren und Pflanzen.

Ausgerufen wurde dieser Tag im Jahr 2013 immerhin von der Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN) zur Erinnerung an das Datum, an dem das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA) geschaffen wurde. Nicht unwichtig ist dabei, dass dieses Abkommen gar nicht geschlossen wurde, um die Tier- und Pflanzenarten der Welt komplett zu schützen. Vielmehr soll das WA nur den Handel mit denjenigen Arten regulieren und beschränken, bei denen der internationale Handel eine Gefahr darstellt.

Seit seiner Gründung im Jahr 1973 hat das Abkommen in der Tat herausragende Schutzeffekte für Tausende von Arten bewirkt, etwa bei den Walen, den Orchideen, den Krokodilen mit ihren Häuten, für Jaguar, Ozelot und Leopard. Das Verbot des Elfenbeinhandels besteht, aber leider nur mit Lücken, die in der Vergangenheit ausschweifend genutzt wurden, um weiter das weiße Gold der Elefanten zu schmuggeln.

Es ist schon richtig, das WA als die erfolgreichste internationale Vereinbarung zum Artenschutz zu feiern. Seine herausragende Stellung liegt aber auch daran, dass es kein anderes Rechtsinstrument zum Schutz der Arten gibt, das von fast allen Ländern der Erde angewendet wird, völkerrechtlich verbindlich und unmittelbar wirksam ist.

Andererseits ist die Bedrohung von Fauna und Flora seit der Schaffung des WA weltweit dramatisch angestiegen und es reicht schon lange nicht mehr aus, den Handel mit gefährdeten Arten und Produkten daraus zu verbieten. Die Bedrohungslage ist komplexer geworden: Landwirtschaft, Klimawandel, Entwaldung, ungerechte Landverteilung in vielen Ländern der Tropen, Übervölkerung, vor- und rücksichtslose Ressourcennutzung rotten Tiere und Pflanzen mit atemberaubender Geschwindigkeit aus.

Zur Lösung der Probleme ist schnelles und globales Umdenken in vielen Politikfeldern unerlässlich. Immerhin, mit der Konvention über biologische Vielfalt, der Klimakonvention, dem geplanten Abkommen zum Plastikverbot wird nun endlich spürbar, dass der Leidensdruck so groß geworden ist, dass die Politik sich gezwungen sieht, Ernst zu machen mit dem Schutz unserer Natur, Umwelt und Lebensgrundlagen.

Der Welttag des Artenschutzes sollte nicht nur Anlass sein, an all diese Notwendigkeiten zu erinnern. Er sollte auch ein Tag des Dankeschöns sein an die Behörden, insbesondere den Zoll, denen ein großer Teil des Erfolges des WA zuzuschreiben ist, sowie all den Menschen, die teilweise ihr Leben aufs Spiel setzen oder schon geopfert haben, etwa als Nationalpark-Rangerinnen und -Ranger, private Naturschützerinnen und Naturschützer, um die bedrohten Arten für uns alle zu erhalten. Wie gut, dass es diesen Tag des Artenschutzes gibt.

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