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Niemand kann garantieren, dass bei Fracking aus großen Tiefen nicht das Grundwasser kontaminiert wird.
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Niemand kann garantieren, dass bei Fracking aus großen Tiefen nicht das Grundwasser kontaminiert wird.

Kolumne

Schluss mit Fracking

  • Manfred Niekisch
    VonManfred Niekisch
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Das Lebenselixier Wasser wird mit unsinniger Technik unwägbaren Risiken ausgesetzt. Da kann kein Bericht beruhigen.

Dass die Expertenkommission Fracking sich nicht mit Galakleidung befasst, dürfte sich herumgesprochen haben. Folgerichtig steht dazu auch nichts in ihrem neuesten Gutachten, das sie jetzt dem Deutschen Bundestag vorgelegt hat. Der soll auf dieser Grundlage entscheiden, ob das Verbot von Fracking aufgehoben wird. Der Streit tobt seit Jahren.

Fachleute unterscheiden zwar zwischen Fracking in konventionellen und in nichtkonventionellen Lagerstätten, aber umwelt- und klimapolitisch sind es allenfalls graduelle Unterschiede beim Spiel mit dem, nein, jetzt nicht Feuer, sondern Wasser. Letzteres wird, versetzt mit einer geheimgehaltenen Mixtur aus Chemikalien, an geeigneten Stellen in den Untergrund gepumpt, um dort, etwas vereinfacht ausgedrückt, Erdgas und Erdöl aus dem Gestein herauszupressen.

Das Wasser ist, ganz ohne eigenes Zutun, nicht nur ein wichtiges Hilfsmittel bei der Förderung. Es steht auch als potenzielles Opfer im Blickpunkt. Denn niemand kann garantieren, dass bei dieser Fördertechnik aus großen Tiefen nicht das Grundwasser kontaminiert wird.

Und da kommen wir zum ersten Argument, warum sich eine Differenzierung nach konventionellem und nichtkonventionellem Fracking erübrigt. Beides birgt eine zumindest potenzielle Gefahr für das Wasser, das irgendwann einmal als Trinkwasser aus den Hähnen strömen soll und das aus vielen Gründen und mit vollem Recht als „Lebenselixier“ apostrophiert wird. Da darf man kein Risiko eingehen. Argument Nummer zwei hat mit unserem Klima zu tun. Wir wollen und müssen wegkommen von fossilen Brennstoffen. Was sollen da noch riskante Fördermethoden zugelassen werden, wenn ihre Produkte Erdöl und Erdgas klimaschädlich und Auslaufmodelle sind?

Ein drittes Argument ergibt sich aus der bitteren Frage, warum eigentlich das Bundesumweltministerium eine – dringend notwendige – Wasserstrategie vorgestellt hat. Da müssten doch auch die letzten pseudofortschrittsbefürwortenden Frackingfreaks erkennen, dass Unwägbarkeiten im Umgang mit Wasser gar nicht erst zugelassen werden dürfen.

Zudem verfügt niemand über eine Technik, etwas zu reparieren, wenn in großer Tiefe Unerwünschtes passiert. Es wäre Zynismus pur, wie immer, wenn dann das Wort vom Kollateralschaden fällt.

Vertrocknende Wälder, Mangel in den grundwasserführenden Schichten, Sorgen um die Verfügbarkeit von Trinkwasser, gleichzeitig setzen wir die Unversehrtheit unseres Wassers aufs Spiel wegen fossiler Brennstoffe, das ist kaum zu vermitteln.

Prompt hat sich die DWA zum Gutachten der Fracking-Experten zu Wort gemeldet. Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall vereint als nichtstaatlicher, technisch-wissenschaftlicher Verband die Fach- und Führungskräfte der Wasser- und Abfallwirtschaft.

Und die müssen es doch wissen. Ihr Urteil ist eindeutig, wenn sie schreiben, dass auch der neueste Bericht der Fracking-Kommission die zahlreichen Risiken und ungeklärten technischen Hürden nicht ausräumen kann.

Was hindert Bundestagsabgeordnete denn noch, Fracking endlich ganz zu verbieten? Bitte nicht schon wieder alberne Argumente wie die Unabhängigkeit unserer Energieversorgung von Russland und den USA. Oder das omnipräsente Totschlagargument Arbeitsplätze. Die brauchen wir in Zukunftstechnologien, nicht im Ausbau von Umweltrisiken. (Manfred Niekisch)

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