Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Der russische Unternehmer Wladimir Iwanowitsch Jakunin (rechts), als Unruhestifter gegen die Ukraine von den USA auf die Sanktionsliste gesetzt, hat die Spendierhosen an, wenn es um Hetze gegen LGBTI in EU-Staaten geht.
+
Der russische Unternehmer Wladimir Iwanowitsch Jakunin (r.) gehört zu jenen, die die Spendierhosen anhaben, wenn es um Hetze gegen LGBTI in EU-Staaten geht.

Kolumne

Anti-Gender-Lobby lässt sich die Hetze gegen LGBTI Millionen kosten – mit fatalen Folgen

  • VonJoane Studnik
    schließen

Wenn es um Hetze und Desinformation gegen LGBTI in Europa geht, sprudeln Millionen von Euro. Die Kolumne.

Fürchten Sie sich auch vor der Gender-Lobby? Dieser perfide Kampfbegriff wurde dafür geschaffen, sich tief in Ihre Vorstellungswelt zu brennen, wenn LGBTI ihre Rechte auf Anerkennung und körperliche Unversehrtheit einfordern. Nicht nur in Ungarn oder Polen, auch in Deutschland wird die diffuse Bedrohung von scheinbar entgegengesetzten Extremen beschworen. Rechte Kreise fürchten um traditionelle Werte, linke Feministinnen lasten den vermeintlich finanzstarken Gender-Lobbyisten an, angeblich Sicherheit und gesellschaftliche Sichtbarkeit von Frauen zu gefährden.

Was die Arbeit der maßgeblichen Interessensverbände für Trans- und Intersexualität am Laufen hält, sind aber wohl kaum die mageren öffentlichem Zuwendungen, dafür ein erstaunliches Maß an ehrenamtlichem Engagement. Dafür, dass sie verzweifelten Menschen helfen, werden Mitarbeitende von Beratungsstellen oder Vereinigungen wie der Deutschen Gesellschaft für Transsexualität und Intersexualität (dgti) mit unfairen Methoden öffentlich attackiert, täglich auf Twitter und Facebook, immer öfter auch in Qualitätszeitungen und selbst im Bundestag.

Die Anti-Gender-Lobby ist finanziell ziemlich gut begütert – und ihr Ziel klar

Anders als das unterfinanzierte Netzwerk an LGBTI-Beratungsstellen und Freiwilligen, ist die Anti-Gender-Lobby, die ihre Agenda mit satten Millionen-Beträgen medial, politisch und mittels gesponsorter Veranstaltungen lanciert, äußerst finanzstark. Ein ständiger Ausschuss des Europäischen Parlaments, das European Parlamentary Forum für Sexual & Reproductive Rights (EPF) hat es ausgerechnet: 700 Millionen Dollar wandten Stiftungen, Unternehmen, Verbände und Parteien zwischen 2009 und 2018 allein dafür auf, die öffentliche Meinung in EU-Staaten gegen Gender-Themen zu drehen.

Auffällig viele Organisationen aus Russland und den USA haben ein Interesse daran, die Öffentlichkeit gegen LGBTI in Europa aufzubringen. Unter den Spitzen-Spendern finden sich klerikale US-Organisationen wie die Billy Graham Evangelistic Association und Alliance Defending Freedom (ADF), deren Zuwendungen dazu beitrugen, in mehreren US-Staaten diskriminierende und verfassungswidrige Gesetze etwa für den Ausschluss von Transjugendlichen am Sportunterricht durchzusetzen.

Kampagnen gegen freie sexuelle Selbstbestimmung sind Sammelbecken der illiberalen Szene

Auch der russische Unternehmer Wladimir Iwanowitsch Jakunin, als Unruhestifter gegen die Ukraine von den USA auf die Sanktionsliste gesetzt, hat die Spendierhosen an, wenn es um Hetze gegen LGBTI in EU-Staaten geht.

„Die Spitze des Eisbergs“ heißt der EPF-Bericht, der nur die nachvollziehbaren Finanzströme beschreibt. Diffus bleibt die Rolle von im Bericht nicht genannten Akteuren wie dem WHRC Germany (Women’s Human Rights Campaign), der als Sitz eine britische Adresse angibt.

Mit Millionen gegen LGBTI – Im Vereinigten Königreich ist man beonders gut organisiert

Großbritannien ist das große Schlachtfeld der Anti-Gender-Lobbyisten. Hier finanzierte die erwähnte Anti-Gender-Organisation ADF einen Gerichtsprozess gegen eine Klinik, die einem damals minderjährigen Jugendlichen Pubertätsblocker verordnet hatte.

Ziel war, eine seit Jahrzehnten erprobte therapeutische Praxis, flankiert durch massive Medienkampagnen, auch international in Verruf zu bringen. Wer auch immer wirtschaftlich davon profitiert, politisch hat die evangelikale Anti-Gender-Lobby auch in Deutschland längst Fuß gefasst. Deren argumentative Versatzstücke sind längst im Bundestagsprotokoll dokumentiert, haben im Parlament Debatten und Entscheidungen entgleisen lassen. (Joane Studnik)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare