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Klima

Der Klimawandel sorgt weltweit für Katastrophen: Was jetzt getan werden muss

  • Manfred Niekisch
    VonManfred Niekisch
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Der Klimawandel macht in Europa mit Hochwasser und Waldbränden auf sich aufmerksam. Jetzt ist die Politik am Zug. Die Kolumne.

Frankfurt - Gründe gäbe es genug, in Panik zu verfallen, bei all dem, was sich derzeit drohend vor uns aufbaut. Katastrophen, für deren Bewältigung eine einfache, kurzfristige oder gar sichere Lösung nicht möglich erscheint.

Dass die Waldbrände in Südeuropa durch die ungewöhnlich hohen Temperaturen ausgelöst oder zumindest verschärft werden, ist beängstigend. Schon die Temperaturen an sich stellen eine Bedrohung dar, trocknen die Böden aus, führen zu Wassermangel, bedrohen die Erträge der Landwirtschaft, die Gesundheit und das Leben von Menschen. Von Flammen umzingelt, verbrennen ganze Siedlungen mit der Dramatik, wie sie in Australien und Nordamerika schon öfter zu sehen war.

Man munkelt mitunter von Brandstiftung, wegen Grundstücksspekulationen. Keine Munkelei ist es dagegen, dass Recep Tayyip Erdogan, der türkische Präsident, sein Militär mit hochmodernen Waffen aufrüstet und sein Land zu einem wichtigen Waffenexporteur ausbaut. Das ist in Verbindung mit seiner immer aggressiver werdenden Außenpolitik an sich beunruhigend. Dass er aber lange nicht ein einziges funktionierendes Löschflugzeug hat und zum Löschen auf die Hilfe anderer Länder angewiesen ist, zeugt von falscher Schwerpunktsetzung und miserablem Krisenmanagement.

Nach der Hochwasserkatastrophe: Die Politik braucht neue Lösungen für den Klimawandel

Mit Letzterem machen wir gerade unsere eigenen Erfahrungen anhand der Flutkatastrophen, verursacht von bisher romantisch und friedlich erscheinenden Flüsschen. Wir sind ein Land mit vorausschauender Meteorologie, mit Kommunikationstechnologie, engagierten und gut ausgebildeten Hilfskräften und ihren Rettungs-Organisationen und erwiesen uns dennoch als nicht in der Lage, die Katastrophe abzuwenden oder wenigstens zu mildern. Derzeit werden die massiven Defizite offensichtlich bei der Bewältigung der immensen Schäden an Material, Infrastrukturen, Leib und Seele.

Waldbrände, Klimawandel, Hochwasser – in puncto Krisenmanagement muss in der Politik in vielen Staaten noch viel passieren.

Wenn die Analysen der Pannen und Unzulänglichkeiten, der Defizite in Politik und Verwaltung abgeschlossen sind, werden wir über ganz neue Lösungen nachdenken müssen. Strikte Risikoanalysen für bebaute und zu bebauende Gebiete sowie klare, länderübergreifende Strukturen für die Koordination von Hilfseinsätzen, sind erste Lehren für die Zukunft. Vielleicht helfen Einladungen an Fachleute aus sturm- und überflutungserprobten Staaten wie Bangladesch, um von diesen zu lernen.

Es ist sicher, dass meteorologisch bedingte Katastrophen, die wir bisher mit der Benennung als Jahrhundertereignisse aus dem aktuellen Gedächtnis verbannt hatten, künftig häufiger auftreten werden.

Konsequente Politik überfällig: Klimawandel sorgt auch langfristig für Hochwasser

Der Klimawandel schlägt global weitgehend ungebremst zu. In Arktis und Antarktis führt er zum Abschmelzen des Eises in einem Ausmaß und mit einer Geschwindigkeit, die selbst pessimistische Prognosen kaum erwartet haben. Die Erhöhung von Deichen wegen des vorhergesagten Anstiegs des Meeresspiegels stößt schon jetzt an die Grenzen. Und dann noch Corona ….

Angesichts all dessen wäre Panik verständlich. Die Ursache der Probleme kleinzureden oder gar zu negieren ist der untauglichste aller denkbaren Lösungsansätze, so wie worthülsenreiches Wahlkampfgeschwafel. Entschlossene Klimapolitik, konsequente Risikovorsorge und effizientes Krisenmanagement sind überfällig. Zwei Dinge können wir uns jedenfalls nicht leisten: Gleichgültigkeit und Panik. (Manfred Niekisch)

Die Auswirkungen des Klimawandels spiegeln sich auch in der Hitzewelle in Grönland wider, wo die Gletscher zurzeit massiv schmelzen. (Manfred Niekisch)

Rubriklistenbild: © STR/afp

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