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Eric Clapton im Jahr 1976.
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Eric Clapton im Jahr 1976.

Kolumne

Eric Clapton und Astrazeneca: Leiden mit und an der Krise

  • Harry Nutt
    VonHarry Nutt
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Der Musiker hat sich in seiner langen Karriere mit Auf und Abs zu vielem geäußert – auch zur Corona-Krise.

Irgendwann in den 80er Jahren, als es noch Festivals gab, zu denen Menschen leibhaftig zusammenkamen und sich auch so verhielten, hatte ich die Gelegenheit, Eric Clapton live im dänischen Roskilde zu erleben. Es war ein schöner Sommerabend, passend zur guten Laune der vor der Bühne versammelten Zuhörerinnen und Zuhörer spielte die Band „In The Air Tonight“. Der Schlagzeuger, den man bis dahin hinter seinen Aufbauten kaum gesehen hatte, sang dazu. Es war Phil Collins.

Unter Popstars macht man das so: „With A Little Help From My Friends“. Tatsächlich aber war es andersherum. Als es Eric Clapton eine Zeit lang richtig schlecht ergangen war – auch wegen intensiven Drogenkonsums –, war es sein Freund und Musiker Phil Collins, der ihm beistand. Na klar. So eine Erzählung ist auch ein Männerding. Wer weiß schon, wie es wirklich war?

Das habe ich mich, der Claptons Alben seit bald 50 Jahren hört, allerdings auch gefragt, als unlängst die Nachricht über dessen Reue verbreitet wurde, eine Impfung mit Astrazeneca erhalten zu haben. Die Nebenwirkungen hätten, so Clapton, zunächst zehn Tage angehalten. Die zweite Spritze sechs Wochen später habe dann zu weiteren schmerzhaften Symptomen geführt.

„Unnötig zu sagen, dass die Reaktionen katastrophal waren, meine Hände und Füße waren erfroren, taub oder brannten und waren für zwei Wochen so gut wie unbrauchbar“, wird Clapton zitiert. Er habe befürchtet, nie wieder Gitarre spielen zu können.

Ich wage nicht zu bezweifeln, dass es ihm schlimm ergangen ist. Aus dem eigenen Umfeld weiß ich, wie unterschiedlich die Reaktionen auf die kleinen Einstiche sein können. Ich war einen Tag lang angeschlagen. Vielleicht wäre eine kleine Kasuistik angebracht, die Auskunft darüber geben könnte, ob Menschen, die Raubbau an ihrer Gesundheit betrieben haben, mit stärkeren Nebenwirkungen rechnen müssen. Schließlich ist Eric Clapton in einigen Lebensphasen nicht gerade pfleglich mit seinem Körper umgegangen. Oder hat er einfach nur Pech gehabt?

Inzwischen geht es ihm wieder besser. Das freut mich auch als Fan, der nicht immer glücklich mit den gesellschaftspolitischen Äußerungen des Gitarrengenies war. Ihm selbst ging es genauso. Er schäme sich für rassistische Parolen, gestand Clapton vor drei Jahren einem britischen Boulevardblatt, die er in den 70er Jahren zur Unterstützung der rechten Partei National Front von sich gegeben habe, obwohl er doch gerade von schwarzen Musikern so unglaublich viel gelernt habe.

Über die Folgen der Pandemie hat Clapton anscheinend etwas länger nachgedacht. Bei dem aktuellen Song „Stand And Deliver“, einem Stück seines Freundes Van Morrison, das sich sehr kritisch zu den politischen Corona-Maßnahmen verhält, hat er Gitarre gespielt.

Als Van Morrison daraufhin für seine ruppige Intervention kritisiert wurde, sprang Eric Clapton ihm bei und lobte im Branchenblatt „Variety“ die Initiative seines Freundes und Musikers, deren Erlöse an unter den Konzertabsagen darbende Musiker gehen sollten. „Wir müssen uns wehren und unsere Stimme erheben, um aus dieser misslichen Lage herauszukommen.“ Von der Erinnerung allein könne die Livemusik nun einmal nicht leben.

Ach, die Erinnerung. Ein Album von 1976, einer Zeit, in der es Clapton nicht gut ging, trägt den Titel „No Reason To Cry“. (Harry Nutt)

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