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Sebastian Knoll denkt Modenschauen neu.
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Sebastian Knoll denkt Modenschauen neu.

Mode

Kurz mal nach New York – via Modenschau im Holodeck

  • Manuel Almeida Vergara
    VonManuel Almeida Vergara
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Modenschauen einfach nur abfilmen – Sebastian Knoll ist das längst nicht genug. Er will die Präsentationen auf ein neues Level bringen. Profitieren könnte davon etwa die Frankfurt Fashion Week.

Ich habe Ihnen einen Fummel mitgebracht. Einen Longsleeve trägt der Mann im Video, läuft damit erst durch eine fantastische Felsenlandschaft, dann am Times Square und am Venice Beach entlang, landet irgendwann im Weltraum. Sebastian Knoll steckt in dem Longsleeve, Chef der Frankfurter Produktionsfirmen Mainfilm und Lookin Friday, die sich auf Onlinekonferenzen und Livestreams spezialisieren. „Wir waren die erste digitale Konzertplattform, haben ganze Festivals in Spielfilmqualität begleitet und konnten schon früh direkt in unseren Streams live Farbkorrekturen vornehmen oder Zeitlupen einbauen“, sagt Knoll. Auch weniger musikalische Kunden wie das Bundesverteidigungsministerium füllen sein Portfolio – von Mode wirkt das alles also noch recht weit entfernt.

Und doch glaubt Knoll, dass seine Technik gerade für Modepräsentationen genau die richtige ist. „Mittlerweile arbeiten wir auch mit einem Holodeck, einem Studio, ausgestattet mit LED-Wänden und -Decke, in dem selbst ein Reisebus Platz findet. Der Drehort macht es möglich, jeden Inhalt als Hintergrund zu verwenden und zu wechseln“ – von der Felsenlandschaft über den Times Square bis in die unendlichen Weiten. Durch adaptives Licht, das sich den jeweiligen Hintergründen anpasst, würde sich das Model in einer digitalen Modenschau perfekt einfügen. Zusätzlich lassen sich 3D-Elemente wie Filter über die Szenen legen, am Venice Beach wirbelt dann Sand auf, im Weltraum fliegen Satelliten vorbei. Modenschauen einfach nur abfilmen, Kamera drauf und fertig, wie es in den vergangenen Monaten vielfach gemacht wurde, das reicht Sebastian Knoll jedenfalls nicht.

Er weiß genau, dass er mit seiner Idee gerade zur rechten Zeit kommt. Die Modewelt versucht sich gerade an der digitalen Übertragung, bisher haben die reinen Schauenfilme aber noch nicht die gewünschte Begeisterung gebracht. Mit seinem Mix aus hochqualitativer Filmarbeit, Augmented Reality und Special Effects, glaubt Knoll, kann er die digitale Modepräsentation auf ein neues Level bringen. Gerade, weil er zum Stream auch eine Plattform bereitstellt, über die sich mit Rezipientinnen und Rezipienten kommunizieren lässt, selbst ein Shop-System ist angeschlossen, gezeigte Kleider ließen sich also direkt ordern.

Mit seinen Ideen gibt Knoll durchaus Antworten auf dringende Fragen der Branche

Wie Veranstaltungen durchführen inmitten einer unberechenbaren Pandemie? Wie Kundinnen und Kunden den Einkauf nicht erst ein halbes Jahr nach der Schau ermöglichen? Wie nachhaltig präsentieren, ohne Sets und Aufbauten, die nach der Schau verschrottet werden, ohne Tausende Gäste auch, die zur Kollektionssichtung quer über den Globus fliegen? Knoll gibt durchaus Antworten auf Fragen, die sich die Mode seit Monaten, manche sogar seit Jahren stellt. Gut also, dass auch Frankfurt bald eine eigene Fashion Week hat. „Wir stellen den Veranstalterinnen und Veranstaltern unsere Möglichkeiten vor“, sagt Knoll, „es ist an der Zeit, solche Events neu zu denken.“ Eine Hybrid-Veranstaltung, ein paar Hundert Gäste vor Ort, Zehntausende vor den Bildschirmen, eine Plattform, die alles miteinander verbindet, die Sonne am Times Square geht unter, am Venice Beach rauschen die Wellen – die Frankfurt Fashion Week täte gut daran, sich mit Knolls Ideen intensiv zu befassen. So kann die Veranstaltung was werden – selbst in diesem Jahr.

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