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Wer ohnehin nicht mit der Fähigkeit zu logischem Denken gesegnet ist, freut sich sicherlich auch, wenn etwas weg ist, das seiner Meinung nach nie da war.
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Wer ohnehin nicht mit der Fähigkeit zu logischem Denken gesegnet ist, freut sich sicherlich auch, wenn etwas weg ist, das seiner Meinung nach nie da war.

Kolumne

Keine Lust mehr auf Corona

  • Michael Herl
    VonMichael Herl
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Präziser gesagt: Ich habe keine Lust mehr auf jene, die durch ihre Ignoranz und Selbstversessenheit das verhindern, was man als „normales Leben“ bezeichnet. Kolumne.

Frankfurt am Main - Eigentlich wird gewiss kaum jemand auf der ganzen Welt etwas gegen das nun Folgende einzuwenden haben. Es handelt sich nicht um wuchtige Forderungen wie „Freibier für alle“, „Esst keinen gelben Schnee“ oder „Tötet keine Kuscheltiere“, sondern um ein schlichtes „Ich habe keine Lust mehr auf Corona“. Da staunen Sie, was?

Dieser Gefühlsausdruck kommt so leise daher, so unspektakulär und frei von Überheblichkeit, strotzt aber nur so vor entwaffnender Nachvollziehbarkeit. Dabei wird wohl kaum jemand jemals Sympathie für diesen Erreger empfunden haben.

Die Corona-Leugner und Impfverweigerer halten das Virus am Leben

Doch je länger er sein Unwesen treibt, umso mehr kotzt er uns an. Vermutlich sogar jene, die seine Gefährlichkeit oder gar seine Existenz bezweifeln. Denn wer ohnehin nicht mit der Fähigkeit zu logischem Denken gesegnet ist, freut sich sicherlich auch, wenn etwas weg ist, das seiner Meinung nach nie da war. Und da nähern wir uns auch schon dem Kern des Problems.

Das Schwierige an der Sache ist nämlich, dass größtenteils jene kleine Minderheit das Virus am Leben erhält, der es am meisten am Allerwertesten vorbeigeht. Das wäre nicht sonderlich tragisch, würde nicht die große Mehrheit darunter leiden.

Corona: Keine Lust mehr auf die Ignoranten und Selbstversessenen

Diese Erkenntnis ist nicht neu, wohl aber, dass sich meine Geduld mit diesen Leuten mittlerweile weit unter der Messbarkeitsgrenze befindet. Ich habe also in Wahrheit nicht keine Lust mehr auf Corona, sondern auf jene, die in unserem Land durch ihre Ignoranz und Selbstversessenheit das verhindern, was man gemeinhin als „normales Leben“ bezeichnet.

Also ein Alltag ohne Maskierung, ohne Personalisierung, Nachverfolgung, Tracking und Zugangsbeschränkung, ein Miteinander mit Handschlag, Umarmung und körperlicher menschlicher Nähe. Ich war noch nie ein Schmuser und Kuschler, doch ich möchte mir aussuchen dürfen, wen ich mir an den Pelz lasse und wen nicht. Und das Kriterium dafür sollte Sympathie sein und nicht Keimfreiheit.

Italien und Österreich führten eine generelle 2G-Pflicht ein

In anderen Ländern ist bzw. war das anders. In Dänemark zum Beispiel verzichtete man seit einiger Zeit auf komplett alle Corona-Schutzmaßnahmen. Man nahm sogar steigende Infektionszahlen in Kauf – denn man weiß, dass aufgrund einer Impfrate von mehr als 75 Prozent die Krankheiten in seltensten Fällen schwere Verläufe nehmen. So sah man die Chance, eine nahezu flächendeckende Immunität zu erreichen. Inzwischen ist Dänemark allerdings von dieser Linie wieder abgekommen.

Andere Länder gingen andere Wege. So führten Italien und Österreich eine generelle 2G-Pflicht ein. Dort wird, wer nicht geimpft und genesen ist, vom öffentlichen Leben weitgehend ausgeschlossen. Das ist richtig und wäre auch eine Lösung für Deutschland. Denn das ist nicht undemokratisch und erst recht nicht faschistoid – sondern in einem Höchstmaß philanthropisch.

Ob es dazu kommt, hängt von der Chuzpe der Politik ab. So wie bisher kann es jedenfalls nicht weitergehen. Das Fatale ist nämlich, dass manche erst durch drastische Geschehnisse zur Vernunft gezwungen werden. So wird im pfälzischen Pirmasens die Impfquote wohl bald einen kräftigen Hüpfer nach oben machen. Der Grund: Dieser Tage verstarb dort ein stadtbekannter Allgemeinmediziner. Der Mann war lautstarker Corona-Leugner und verweigerte seinen Patienten rigoros die Impfung. Er erlag einer Covid-19-Infektion. (Michael Herl)

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