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Wales Bonner gilt vielen als herausragendste Designerin der Stunde.
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Wales Bonner gilt vielen als herausragendste Designerin der Stunde.

Mode

Gutes Design sichtbar machen - nicht nur im Februar

  • Manuel Almeida Vergara
    vonManuel Almeida Vergara
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Der Einfluss Schwarzer Menschen auf die Mode ist beeindruckend, spätestens im Black History Month wird das auch einer breiteren Öffentlichkeit sichtbar. Fragt sich nur, warum nicht eher, warum nicht mehr.

Ich habe Ihnen einen Fummel mitgebracht. Einen Fransenrock von Aurora James, ein güldenes Netzkleid von Laquan Smith, ein orangefarbenes Ensemble von Andrea Iyamah. Entwürfe von Christopher John Rogers und Jovana Louis, von Sara Diouf und Thebe Magugu – es ist ein Fest, sich durch die Bildergalerie des Modemagazins „CR Fashion Book“ zu klicken. Und zumindest oberflächlich betrachtet kommt die Feier gerade zur rechten Zeit. Denn selbst wenn es wie ein gutes Omen wirkt, dass auch Modemedien im Rahmen des Black History Month, der jedes Jahr im Februar begangen wird, Schwarzer Kultur nun mehr Raum geben, bleiben letztlich stets dieselben Fragen: Warum nicht viel eher, warum nicht viel mehr?

Von der New Yorker Ballroom-Szene der 1980er, die den Look der Klubkultur bis heute prägt, über den Künstler Jean-Michel Basquiat, der in weiten T-Shirts und lockeren Hosen den sportiven Stil der 1990er vorwegnahm, bis zur Britin Wales Bonner, die vielen als herausragendste Designerin der Stunde gilt – der Einfluss Schwarzer Menschen auf die internationale Mode ist beeindruckend. Gut also, dass er zumindest im Februar sichtbarer wird. In Kooperation mit der Medienagentur Nataal etwa will der Onlinehandelsriese Farfetch marginalisierten Gruppen künftig mehr Aufmerksamkeit schenken und startet sein Vorhaben dieser Tage mit einer breit angelegten Onlinekampagne. Balmain-Chefdesigner Olivier Rousteing, Fotograf Kenny Germé und Stylist Edem Dossou stellen darin ihre Schwarzen Stilikonen vor, eine Kollage aus Texten und Bildern, die vornehmlich Arbeiten afrikanischer und afroamerikanischer Designerinnen und Designer, Künstlerinnen und Künstler sowie Models ehrt.

Der strukturelle Rassismus frisst sich auch durch die Modebranche

Die deutsche „Vogue“ lässt indes Kukua Odoi von ihrer Arbeit erzählen, seit zehn Jahren schreibt sie den Modeblog „African Prints in Fashion“, in dem es genau darum geht: um afrikanische Muster und Drucke, die in der Mode häufig sichtbar, ihrem Ursprung aber nicht immer respekt- und rücksichtsvoll zugeordnet werden. Und das französische „CR Fashion Book“ hat neben besagter Bildergalerie auch Beiträge zum Einfluss Schwarzer Girlgroups auf die Modeszene sowie Texte über das indigene Model Kita Updike und die Aktivistin Patia Borja hochgeladen.

Natürlich darf der gut gemeinte Content-Reigen nicht darüber hinwegtäuschen, dass all die Redaktionen, die dahinterstehen, noch immer vor allem weiß besetzt sind – und sich der strukturelle Rassismus durch die Modebranche so wie durch jede andere frisst. Ebenso entscheidend wie die schönen Artikel gerade ist also, was nach dem Black History Month kommt. Dass Onlineshops Schwarzen Marken auch wirtschaftlich mehr Raum geben oder Modemagazine mehr Schwarze Models zeigen und Schwarze Chefredakteurinnen verpflichten. Sichtbarmachung eben, die sich nicht auf den Februar beschränkt.

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