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„Da geh ich gerne mit.“
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„Da geh ich gerne mit.“

Mode

Der Tanne Konkurrenz - viel hilft heute viel

  • Manuel Almeida Vergara
    vonManuel Almeida Vergara
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Es weihnachtet! Hoffentlich auch an den Kleidern: Strass ist allerdings nicht nur ein Thema für die Feiertage. Das ganze Jahr stand im Zeichen der Steinchen.

Ich habe Ihnen einen Fummel mitgebracht. Und im Grunde kann das alles sein: ein Pullover, besetzt mit feinen Strasssteinen, ein Rock, an dessen Saum Strasssteine baumeln, Haarreifen, Spangen, Ohrringe, geschmückt mit Strasssteinen. Strass, Strass, Strass, das Wort klingt schon so schön!

Nun mag’s recht offensichtlich sein, ausgerechnet heute mit Schmucksteinen anzukommen. Schließlich geht an Heiligabend jedes Outfit mit leuchtenden Tannen und funkelnden Lichtern in Konkurrenz – „viel hilft viel“, das gilt in keiner Nacht so sehr wie in dieser. Für mich aber gehörte dem Strass ohnehin das ganze Jahr.

Das New Yorker Label Area löste einen Hype um Strass aus

Tatsächlich sind Schmucksteine 2020 sowieso ein Trendthema, kaum ein Label, das nicht eigene Entwürfe damit ausrüstet. Glänzender Modeschmuck und glitzernde Haaraccessoires sind zudem gängiges Muster, selbst am Fingernagel feiern die kleinen Steine ein Comeback, überbordende „Nailart“ gilt plötzlich als prächtig und nicht mehr bloß als peinlich. Und dann ist da noch das New Yorker Label Area, das in überaus großzügiger Geste ganze Kleider aus strassbesetzten Ketten fertigt und damit einen Hype auslöst. Das find’ ich alles gut, da geh’ ich gerne mit.

Was mich am Strass aber so richtig fasziniert, liegt unter Kleid und Klamotte, im Inneren irgendwo, da, wo die Gefühle sitzen. Strass hebt die Laune, habe ich festgestellt, Strass macht Stimmung und hat Humor. Wer Strass trägt, hat Diamanten gar nicht nötig – Glamour ist, was du draus machst. Inmitten von Homeoffice und Lockdown hatte ich persönlich nur sehr wenig Lust, mir richtige Kleidung anzuziehen. Absurderweise aber, und das ist nicht gelogen, hat sich zu Fleckenshirt und Schlabberhose des öfteren ein großer Ring von der Berliner Designerin Sabrina Dehoff an meinen Finger verirrt. Der große Stein darauf funkelt nämlich so verheißungsvoll, wenn meine Finger über die Tastatur fliegen.

Auch Karl Lagerfeld gefielen die kleinen Glitzersteine

„Stress kenne ich überhaupt nicht, ich kenne nur Strass“, sagte Karl Lagerfeld einmal, und womöglich hatte er es damit nicht bloß auf das billige Wortspiel abgesehen. Zu schön arbeitet dieser Satz nämlich heraus, was zwischen Strass und allem anderen liegt. Mit Angst und Ärger jedenfalls hat Strass rein gar nichts zu tun, Ungemach und Unwohlsein liegen ihm völlig fern. Strass glänzt unermüdlich, auch dann noch, wenn ringsherum nichts anderes mehr glänzen will. Eine Krise vermag das nicht zu beenden – aber für mich macht es sie erträglicher.

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