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„Die Regeln führen dazu, dass Perserinnen sie umso kreativer auslegen wollen.“
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„Die Regeln führen dazu, dass Perserinnen sie umso kreativer auslegen wollen.“

Mode

Persische Mode – kein Manteau wie jeder andere

  • Manuel Almeida Vergara
    vonManuel Almeida Vergara
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Die Form des Manteaus bleibt immer ähnlich – der Onlineshop kadib.com zeigt aber, wie ihn Perserinnen in Material und Farbe, Muster und Detail kreativ auslegen.

Les Persiennes“ haben einen eigenen Begriff dafür. Wie von „It-Bags“ schreiben die iranisch-französischen Journalistinnen in ihrem Onlinemagazin von „It-Manteaus“, Mänteln also, die in ihrer lockeren, knielangen Form den Kleiderregeln der Islamischen Republik genügen, durch eine kreative Gestaltung aber mehr sind als eine kompromisslose Pflicht. Begehrenswert sind diese Mäntel, ihre Form bleibt immer ähnlich, zurückhaltend, bedeckend, in Material und Farbe aber, in Muster und Detail, scheinen sich ihre Trägerinnen umso mehr auszuleben.

Kamelia Adib kennt das schon. „Die Regeln führen dazu, dass Perserinnen sie umso kreativer auslegen wollen“, sagt die Unternehmerin, die es wissen muss. Vor einigen Jahren gründete Adib den ersten Onlineshop für Mode im Iran, nun öffnet sie kadib.com auch für europäische Kundinnen und Kunden, führt die Plattform mittlerweile von Berlin aus als ersten Onlineshop Europas, der ausschließlich persisches Design verkauft. „Alles, was ich anbiete, ist handgemacht“, sagt sie, außerdem sollen sämtliche Modeteile, auch Keramiken und Heimtextilien von der Jahrtausende alten persischen Kultur erzählen, die eben nicht nur aus der wundervollen Poesie von Hafis und Saadi, der weltberühmten Küche oder religiös geprägten Architektur besteht. „Auch Mode und Textil spielen im Iran eine große Rolle“, sagt Adib, „altertümliche Techniken werden von Müttern an Töchter weitergegeben, verschiedene Stickarten zum Beispiel.“

Das liege auch daran, „weil wir ja praktisch keine internationalen Marken mehr im Land haben.“ Durch den Rückzug internationaler Firmen im Zuge von Sanktionen sei auf dem iranischen Markt ein Hohlraum entstanden, den Privatpersonen und auch heimische Designerinnen und Designer zu füllen versuchten. „Viele von ihnen haben nie das Land verlassen, bewegen sich also sehr nah an der iranischen Tradition und suchen zugleich den Anschluss an das, was sie im Internet oder in internationalen Magazinen sehen.“

Eine Chance für iranische Frauen, kreativ und selbstständig zu sein

Was entsteht, ist eine ganz eigene Mixtur, aus westlichem Schnitt und persischer Dekoration etwa – und eine Möglichkeit für iranische Frauen, sich auszuleben. „Die meisten meiner Labels arbeiten mit Handwerkerinnen aus ländlichen Räumen zusammen“, sagt Adib. „Diese Frauen bekommen so die Chance, ihre Familien zu unterstützen, selbst etwas zu verdienen, unabhängiger zu leben.“ Es sei ihr wichtig, die Frauen in ihrer Heimat zu unterstützen, „aber meine Webseite ist eine Mode- und keine politische Plattform“, sagt Adib. „Trotzdem reflektiert sie, wie sich viele Iranerinnen mehr Rechte erkämpfen, auch zurück erkämpfen.“ Dabei sollte man sie unterstützen. Und sei es mit einem Manteau von kadib.com – oder über Instagram @kadibshop.

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