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In Liebe vereint: Schluss mit der Trennung wegen Corona

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Von: Inge Günther

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Die Corona-Pandemie hat viele Liebespaare getrennt. In anderen Ländern gibt es längst Ausnahmen - auch ohne Trauschein. © Bernd Wüstneck / dpa / picture alliance

Die Corona-Krise hat so manche Fernbeziehung entzweit. Vor allem für Unverheiratete fehlen Ausnahmen bei Reiseauflagen. Die Kolumne.

„Sie ist so ein tolles Mädchen, ich hätte sie mir gerne als Schwiegertochter gewünscht.“ Eine Freundin, die mir von ihr am Telefon erzählt, seufzt hörbar. Das junge Glück sei leider geplatzt. Sie konnten nicht zusammenkommen, also ihr ältester Sohn und sie, das tolle Mädchen.

Das Coronavirus als Reisehindernis

Das Wasser war viel zu tief, wie es in der Ballade von den zwei Königskindern heißt. Wobei es in diesem Fall eher die vom Coronavirus verursachten Reisehindernisse waren, an denen die transatlantische Beziehung zweier Liebenden zerbrach. Aus ihrer geplanten Wiedervereinigung in Berlin wurde nichts.

Die Schuld daran lässt sich nicht mal allein Seehofer zuschieben, der Paaren ohne Trauschein, von denen der oder die eine zwar einen deutschen Pass besitzt, der oder die andere aber aus einem Drittstaat stammt, bislang nicht das gleiche Recht auf ein gemeinsames Leben einräumt wie Eheleuten. Aber dass zahlreiche Länder weltweit ähnlich stockkonservative Regularien praktizieren, macht die Sache nicht besser. Und man erspare sich bitte Plattitüden, wahre Liebe wachse mit ihren Herausforderungen.

Keine Ausnahmen in der Corona-Pandemie für unverheiratete Lebenspartner

Da mag zwar was dran sein. Nur, wer taugt schon zu romantischen Helden wie Florentino Arizas aus Gabriel Garcia Marquez’ wunderbarem Roman „Liebe in Zeiten der Cholera“, dessen Leidenschaft für die unerreichbare, schöne Fermina Daza fünfzig Jahre überdauerte und obendrein ein Happy End erfuhr? In ihrem weitläufigen Bekanntenkreis, berichtet jedenfalls die erwähnte Freundin, seien einige Fernbeziehungen bereits an corona-bedingter Zwangstrennung gescheitert.

Unbesungene Opfer der Pandemie, besser gesagt einer Politik, die diverse Ausnahmekriterien erlässt, um Pflegepersonal und Erntehelfern, Diplomaten, Militärs und in dringenden Fällen auch Familiennachzüglern aus Nicht-EU-Staaten eine Einreise zu ermöglichen – ausgenommen unverheiratete Lebenspartner.

Mit „LoveIsNotTourism“ gegen die Corona-Einsamkeit

Nicht nur in Deutschland, in allen Erdteilen vernetzen sich seit Wochen Betroffene in sozialen Gegenkampagnen unter solch einprägsamen Hashtag-Namen wie „LoveIsEssentiell“ oder „LoveIsNotTourism“. Weil der Erhalt von Liebesbeziehungen nicht weniger relevant ist als das Recht auf einen Sommerurlaub an den Stränden von Mallorca oder Antalya, man könnte sogar sagen: für eine gesunde liberale Gesellschaft systemrelevanter.

Ihre Verfechter sind keine Corona-Leugner. Sie haben Verständnis für die Restriktionen zur Eindämmung der Ansteckungsgefahr, sind mit Kusshand zu jedem Test plus 14-tägiger Quarantäne bereit, wenn man sie nur endlich wieder ins Land ihrer Liebsten einreisen lasse.

Mehr Reisefreiheit für Liebespaare trotz Corona?

Anders als bei dem Massenauflauf der Ignoranten und Verschwörungsideologen am Samstag in Berlin, die schon eine Maskenpflicht für Freiheitsberaubung halten, achtete eine kleine, zeitgleiche Demo, organisiert von der Initiative „LoveIsNotTourism“ auf dem Frankfurter Opernplatz, geradezu vorbildlich auf Abstandsgebot und Gesichtsschutz. Einer ihrer Slogans: „Grenzen dürfen nicht dazu dienen, Beziehungen zu trennen. Das hatten wir bis 1989.“

Das globale Dorf hat eine Vielzahl an individuellen, interkontinentalen Herzensbanden hervorgebracht. Lasst zusammenleben, was zusammengehört. Europäische Staaten wie Dänemark, die Niederlande, Norwegen, Österreich oder auch Tschechien machen vor, wie das ohne viel überflüssige Bürokratie geht. Überfällig, dass Deutschland nachzieht. (Inge Günther)

Unverheiratete Paare mit Wohnsitzen in verschiedenen Ländern können aufatmen: Deutschland lockert die Einreisebeschränkungen für unverheiratete Partner aus Drittstaaten.

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