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Die Grünen – nur ein ausgewaschener Bettvorleger?
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Die Grünen – nur ein ausgewaschener Bettvorleger?

Ampel-Koalition

Grüne Zugeständnisse: Partei degradiert sich zum Bettvorleger der Ampel-Koalition

  • Katja Thorwarth
    VonKatja Thorwarth
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Von wegen „neue Ära“: Die Grünen zeigen bei den Verhandlungen zur Ampel-Koalition kein Rückgrat. Die Kolumne.

Frankfurt am Main - Der Zustand der Grünen ist derzeit am einfachsten mit einer allseits bekannten Redensart zu umschreiben. Es mag wie eine abgedroschene Floskel klingen, aber wer als kampfeslustiger Säbelzahntiger an die Macht strebt, um realpolitisch als Bettvorleger zu enden, der provoziert nun mal exakt jenes Bild in Schattierungen von Mintgrün.

Was haben sie im Wahlkampf gebrüllt und vom Beginn „einer neuen Ära“ gepredigt, bis sie es selbst nicht mehr hören konnten. Von der Zukunft unserer Kinder und des Planeten gesungen, die Bedeutung der Sonnenblumenpartei als klimarettend markiert, ganz so, als führte das Kreuzchen an anderer Stelle direkt in die Zentralhölle.

Die Grünen wie von Christian Lindner gesteuert

Und nun? Können sie die Reste ihrer als nicht verhandelbar angepinnten Ziele zusammen mit ihren Idealen unter die hellgrüne Auslegeware kehren. Fangen wir ganz klein beim Pariser Klimaabkommen an. Da lehnten sich die Grünen bis zur Kniescheibe aus dem Fenster, als etwa Wahlkämpferin Annalena Baerbock in Potsdam vor Publikum sprach, hier sei aber auch gleich mal gar nichts verhandelbar. Überhaupt sei es traurig, „dass ich das hier sagen muss“.

Zunächst einmal: Gemäß Abkommen darf sich die Erde bis 2100 maximal um 1,5 Grad erwärmen. Wollte Deutschland hier einen angemessenen Beitrag leisten, müsste die Republik Fachleuten zufolge bis 2035 klimaneutral sein. Ambitioniert, aber machbar.

Und die Ampelkoalitionärinnen? Die möchten „die Freiheit kommender Generationen sichern“, indem sie „einen verlässlichen und kosteneffizienten Weg zur Klimaneutralität spätestens 2045 technologieoffen ausgestalten“. Wow, ob diesen Satz wohl Christian Lindner beigesteuert hat? Einen Weg „ausgestalten“ heißt ja nicht mal, ihn überhaupt zu begehen.

Die Grünen: Tempo 130 einfach abgeschenkt

Egal, jedenfalls schreiben die Grünen in einem Wischiwaschi-Text auf ihrer Webseite immerhin, Klimaneutralität „in 20 Jahren“ erreicht haben zu wollen. Prima, wenn sie das so stehen lassen, passt das irgendwann. Lustiger ist ein Satz aus dem Grünen-Wahlprogramm: „All unsere Kraft“ solle darauf gelenkt werden, „Maßnahmen auf den Weg zu bringen, die uns auf den 1,5-Grad-Pfad führen“.

Mal ganz abgesehen davon, dass dieser Satz schon wieder nach Lindner klingt, ist das natürlich alles Definitionssache. Die einen schaffen es mit all ihrer Kraft gerade einmal in ihren Privatjet (Friedrich Merz, christlicher Unionist), die anderen treten das unkomplizierteste und vor allem billigste und EU-konformste Mittel zur CO2-Reduktion ohne Not in die Tonne.

„Mit all ihrer Kraft“ haben die Grünen Tempo 130 bereits Anfang Oktober abgeschenkt, obwohl Robert Habeck noch getönt hatte, Tempo 130 komme, wenn die Grünen mitregierten. Aber Anton Hofreiter – ohne ihm das jetzt alleine anzulasten – hielt vor den Verhandlungen mit der FDP aka Christian Lindner nichts davon, „einzelne Maßnahmen zur Bedingung zu machen. Das verkompliziert die Verhandlungen …“ usw. usf. Na, das wollen wir ja nicht, dass es auch noch kompliziert wird.

Die Grünen haben alles, aber kein Rückgrat

Ähnlich „kompliziert“ scheint grüne Haltung in Sachen Geflüchtete. „Wir haben Platz – das muss der Maßstab für die nächste Bundesregierung sein“, behauptete Baerbock noch forsch, um sich jetzt erklären zu lassen, dass der Unterschied zwischen „Rückführungsoffensive“ und der Seehofer’schen „Geordnete-Rückkehr-Offensive“, wenn überhaupt, marginal ist.

Geschenkt, denn warum sollen die Grünen nicht dort landen, wo man ohne Rückgrat nun mal hingehört? Den Bettvorleger gibt es übrigens auch in Rosa. (Katja Thorwarth)

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