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Kolumne

Flüchtende an Europas Grenzen: Die Schande der EU

  • Katja Thorwarth
    vonKatja Thorwarth
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Brüssel lässt Flüchtlinge frieren oder sterben. Und viel zu wenige interessiert es. Die Kolumne.

Guten Rutsch wünsche ich! Ist es schön kuschelig warm bei Ihnen? Schmeckt der Morgenkaffee oder der Chai-Latte? Während ich gerade orientalische Minze genieße, lässt die EU Menschen auf dem Mittelmeer und an europäischen Außengrenzen sterben. Und das offenbar vorsätzlich. Keine Reaktion der EU auf die humanitäre Katastrophe. Dabei sind in diesen Corona-Zeiten zehn Millionen mehr Menschen auf der Flucht als 2019.

Egal. Hauptsache keine Anreize schaffen, wie Horst Seehofer, Christsozialist und Innenminister, ständig einfordert, um seine Prioritäten zu setzen. Dahingehend, dass er bestimmt, wer hier rein darf, beziehungsweise raus muss.

In Bosnien wird ein Lager geschlossen, doch eine Provinzbehörde weigert sich schlicht, leer stehenden Raum für die Geflüchteten, oder besser Flüchtenden, zu öffnen.

Die Politik setzt Menschen dem Verbrechen aus

„Die“ einen dürfen sich in Deutschland nichts zuschulden kommen lassen, auch wenn Seehofer das anders kommuniziert: „Vom Ladendiebstahl bis zum Totschlag … Man muss jedenfalls nie damit rechnen, abgeschoben zu werden.“ Ach nein? Nicht in die Kriegsländer Syrien oder Afghanistan, wie beschlossen? Deutsch müsste man halt sein.

Vor allem werden Leute teils aus Schulen geholt und in den Flieger gesetzt. Was ist das für eine Politik, die Menschen Verbrechen aussetzt und weiter ignoriert, wie sie fortgesetzt unter ihrer Obhut begangen werden?

In Bosnien wird ein Lager geschlossen, doch eine Provinzbehörde weigert sich schlicht, leer stehenden Raum für die Geflüchteten, oder besser Flüchtenden, zu öffnen. Wie hat die EU reagiert? Gar nicht. Im Gegenteil. Auch diese Menschen werden kriminalisiert. Sollen sie doch verlottern in der Kälte, Frauen, Männer und Kinder, egal, vielleicht sind die Bilder ja abschreckend genug, damit keiner mehr auf die Idee kommt, ins glorreiche Europa zu fliehen. Nicht, dass es im Abendland zu eng wird: Für die ganzen Nationalisten braucht es immerhin jede Menge Platz.

Die EU versenkt ihren Anspruch im Mittelmeer

Ein weiteres Beispiel europäischer Humanität gefällig? Wie in einem auf Twitter kursierenden Video zu sehen ist, haben wohl griechische Behörden Menschen gezielt dem Ertrinken ausgesetzt – und zwar über die illegalen Pushbacks durch die EU-Frontex-Agentur hinaus.

Menschen in Not auf einer Plastikinsel auszusetzen, hat nämlich eine eigene Qualität. Was geht in den Vollstreckern solcher Maßnahmen vor? Und was geht in den Seehofers vor, die wegschauen? Die Menschen illegalisieren, um ihr eigenes inhumanes Verhalten zu begründen? Selbst bei der letzten Hinterbänklerin in Brüssel sollte mittlerweile angekommen sein, dass die Europäische Union ihren Humanitätsanspruch längst im Mittelmeer versenkt hat.

Die Corona-Leugner nerven ganz einfach

Daher sollte dies benannt werden, was es ist: ein Verbrechen! Der Jahreswechsel spielt hier nur insofern eine Rolle, als wohl davon ausgegangen wird, die Öffentlichkeit habe mit Böller, Baum und „Ausgangssperre“ genug zu tun. Was schert sie da, was in Sachen empathiebefreitem Anti-Humanismus passiert.

Im Zuge dieser Unmenschlichkeit nerven zusätzlich die Leute, die sich permanent als Opfer (aka Corona-Leugner) gerieren, obwohl sie vermutlich nicht mal im Winter in einen Dorfbach eingebrochen sind. Die ob ihrer Egozentriertheit das Leben anderer aufs Spiel setzen und von „Diktatur“ schwadronieren, ohne zu erkennen, wie schäbig sich das gegenüber Menschen anfühlt, die de facto vor Diktaturen und Armut fliehen. Die man aber potenziell lieber dem Tod aussetzt, als sie im Abendland einfach leben zu lassen.

Rubriklistenbild: © Kemal Softic/dpa

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