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Verena Kern.
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Verena Kern.

ÖKO-LOGISCH

Ende der Müll-Orgie

  • VonVerena Kern
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L et’s Clean Up Europe“ ist ein Wahnsinns-Job. Denn die Leute schmeißen nun einmal viel weg.

An Warnungen vor den Folgen des Klimawandels fehlt es nicht. Erst in dieser Woche riefen 14 000 Forschende aus fast allen Ländern der Erde erneut den Klimanotstand aus und warnten vor „unermesslichem Leid“, wenn nicht sofort und grundlegend gehandelt werde. Gewarnt hatten die Fachleute bereits vor zwei Jahren. Passiert ist seitdem so gut wie nichts. Wie kann das sein?

Vorsorge treffen, das Risiko reduzieren, Lebensgrundlagen erhalten, all das liegt im ureigensten Interesse der Menschheit. Warum wird es dann nicht oder viel zu wenig gemacht? Klar, viele Länder und Firmen verdienen sehr gut an der Fossilwirtschaft und sperren sich gegen Veränderungen, Lobbygruppen blockieren Fortschritte beim Klimaschutz. Wird dann doch was getan, fällt das in aller Regel viel weniger wirksam aus, als es nötig wäre.

Doch auch psychologische Effekte sind wichtig. Und sie werden grob unterschätzt. Grund ist, dass sie überwiegend unbewusst wirken und das Selbstwertgefühl unter Druck setzen. Menschen, das zeigt die Forschung, tun sich schwer, wenn sie an die eigene Sterblichkeit erinnert werden – wie es beim Klimawandel der Fall ist. Er führt vor Augen, dass unsere Lebensweise den Planeten ruiniert. Mit dieser Erkenntnis lässt sich nicht gut leben.

Nicht jede Warnung zieht

Um weder explizit noch implizit an ihren unvermeidlichen Tod erinnert zu werden, tun Menschen so gut wie alles; das ergeben sozialpsychologische Untersuchungen immer wieder. Verleugnen, Verdrängen, Ablenken. Warnungen vor dem Klimawandel können demnach sogar kontraproduktiv wirken und dazu führen, dass Menschen noch weniger bereit sind, Maßnahmen zu ergreifen. Oder dass sie dazu neigen, mehr Dinge zu kaufen – um den Lebensstil zu verteidigen, der ihrem Selbstgefühl zugrunde liegt.

Wie lässt sich dieses Dilemma lösen? Die Wissenschaft sieht drei Möglichkeiten. Erstaunlich gut schneiden Erfahrungen von Dankbarkeit für die Natur ab, das Gefühl, mit ihr verbunden zu sein – als Motivation für umweltfreundliches Verhalten. Ebenfalls effektiv sind Botschaften, in denen gemeinsame Normen und Werte formuliert werden. Wirksam ist auch, die bessere Umweltoption zum Standard zu machen, etwa mit der Umwandlung von Autoraum in Fahrrad- und Fußgängerwege. Allerdings: Um so etwasdurchzusetzen, wird die Warnung vor dem Klimawandel wohl auch weiterhin notwendig sein.

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