Die Forstbehörden hätten schlampert gearbeitet und die Wälder nicht anständig saubergemacht. Deswegen fingen diese Feuer, die sich schließlich zu gewaltigen Waldbränden entwickelten.
+
Die Forstbehörden hätten schlampert gearbeitet und die Wälder nicht anständig saubergemacht. Deswegen fingen diese Feuer, die sich schließlich zu gewaltigen Waldbränden entwickelten.

Kolumne

Donald Trump hat ein wenig nicht unrecht

  • Michael Herl
    vonMichael Herl
    schließen

Wer einen Präsidenten wählt, der Umweltschutz als Spinnerei abtut, braucht sich nicht zu wundern, dass die Wälder brennen wie Zunder. Die Kolumne.

  • Donald Trump hat recht. Kann das sein?
  • Unser Kolumnist meint: nicht so ganz.
  • Trump-News: Alle Infos und Neuigkeiten zum US-Präsidenten auf unserer Themenseite.

Eigentlich, aber nur ganz, ganz eigentlich, hat Donald Trump recht. Moment. Den Satz kann man so nicht stehen lassen. Er schmerzt. Also sei gesagt, Donald Trump habe eigentlich ein ganz, ganz klein wenig nicht unrecht. Tut immer noch weh, geht so aber eher.

Donald Trump: Der Klimawandel exitiert nicht

Der Hintergrund: Dieser Tage faltete Trump mal wieder seine eigenen Leute zusammen, dieses Mal waren es jene seiner Forstbehörden. Die Stümper dort, so der US-Präsident, hätten schlampert gearbeitet und die Wälder nicht anständig saubergemacht. Deswegen fingen diese Feuer, die sich schließlich zu gewaltigen Waldbränden entwickelten. Das müsse so gewesen sein, denn einen Klimawandel gibt es ja im präsidialen Gehirngeschachtel nicht.

In diesem Zusammenhang lobte er überschwänglich ein Land im fernen Europa. Von dem habe er gehört, dass man dort auch über viel Wald verfüge, ja, sogar Städte mitten in ihn hinein baue (Trump sprach von „Waldstädten“), und obwohl dort die Bäume „viel explosiver“ seien als die amerikanischen, brenne es dort viel weniger als in der Neuen Schönen Welt (an dieser Stelle sei neidvoll der Anonymus heiliggesprochen, der den genialen Spruch „America First, Austria Förster“ ins Netz postete).

Donald Trump schaut nach Österreich

Völker der Welt, schauet also auf dieses Österreich. Aus Sicht der Präsidenten sind die dortigen Waldmenschen also in der Lage, dank ihrer Urinstinkte den hochtechnisierten Vereinigten Staaten zu zeigen, wie anständige Brandvorbeugung funktioniert. Welch Schmach! In Wahrheit gilt die nordamerikanische Forstwirtschaft als weltweit vorbildlich.

Schon lange lässt sich dort durch spezielle Computerprogramme simulieren, welcher Eingriff an einem Ende eines gigantischen Waldgebiets welche ökologischen Folgen am anderen Ende verursacht.

Die Rechner konnten jedoch nicht mit einem Präsidenten rechnen, der durch wahnwirre Gesetzesänderungen alle Errungenschaften wieder über den Haufen wirft. Kurz: Wäre Trump Kurz, stünde bald sogar der Wienerwald in Flammen.

Zugegeben, der tägliche Umweltschutz beschränkt sich auch in den USA weitestgehend auf akademische Kreise. Wer auf seiner Terrasse bereits bei Temperaturen unter 25 Grad den Florida Heater anwirft (dieser Heizpilz-Schwachsinn droht uns ja nun auch bald), wer in Ansiedlungen wie Palm Springs hinter jedem Haus einen Pool haben muss (ja, sie bauen dort mitten in die Wüste Städte, sogenannte „Wüstenstädte“).

Was ist wichtiger? Heizpilze oder der Klimawandel?

Oder wer während des zweistündigen Einkaufs in der Shopping Mall draußen auf dem Parkplatz zwecks konstanter Klimatisierung den Motor seines Autos laufen lässt, wer nach einer kalten Nacht in den Rocky Mountains morgens um sechs auf dem Motel-Parkplatz im Bademantel sein Auto anlässt, um zwei Stunden später nach dem Duschen und Frühstücken vom Eise befreit und mollig warm losfahren zu können, und wer einen Präsidenten wählt, der jegliche Art von Umweltschutz als vom Sozialismus unterwanderte Spinnerei abtut – der braucht sich wahrlich nicht zu wundern, dass seine Wälder brennen wie Zunder.

Also hat Trump ein kleines bisschen nicht unrecht – aber halt ganz anders, als er es beabsichtigte. Doch ist es bei uns wirklich besser? Besagte Heizpilze sollten uns ein Mahnmal sein. Oder sind ein paar Euro mehr in den Kassen der Wirte wichtiger als der Kampf gegen den Klimawandel?

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare