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Thomas Berthold, ehemaliger Fußballspieler, spricht während einer Kundgebung der Initiative "Querdenken 711" im unteren Schlossgarten, die sich gegen die Corona-Maßnahmen richtet.
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Thomas Berthold spricht auf der Demo gegen die Corona-Maßnahmen in Stuttgart.

Anti-Hygiene-Demos

Hand in Hand mit Faschisten: Die Corona-Kritiker versinken im braunen Sumpf

  • Katja Thorwarth
    VonKatja Thorwarth
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Die Demonstranten gegen die Corona-Beschränkungen sollten nicht nur ihre Argumente überprüfen. Sie sollten vor allem nicht mit Rechten auf die Straße gehen. Die Kolumne.

Was echt blöd ist: Dass Leute immer noch meinen, Corona als Gewächs der jüdisch-links-grünen Merkel-Gates-Industrie zu verkaufen. Was noch blöder ist, dass zu viele das Faschistische, das diese Kritik in Teilen hat, ignorieren, negieren, als nichtig empfinden. Bombendrohungen gegen Gesundheitsämter, Köche, die meinen, mit rechtsgedrehtem Gedankengut die explizit deutsche Welt zu retten, Fußballer, die sich plötzlich mit Virologie auskennen …

Ein aktuelles Beispiel gefällig? Thomas Berthold, immerhin auch mal ein prominenter Kicker, sogar Fußballnationalspieler, der sich einst im Dienst der schönen SGE befunden hat, meint halt jetzt auf einmal, eine neue Partei gründen zu wollen. Ob er sich früher richtig im Raum befand, ist nicht die Frage. Aber jetzt sind die Masken im Raum plötzlich das Problem.

Corona-Demo-Unsinn: Sind Reichskriegsflaggen wie in Stuttgart und Berlin plötzlich egal?

Was ist nur los mit solchen Typen? Alle kollektiv bewusstlos? Sind Reichskriegsflaggen wie in Stuttgart und Berlin plötzlich egal? Soll hier etwa der unsägliche, extrem rechte „Pegida“-Unfug wiederbelebt werden? Und alles nur, weil das mit der Maske einfach voll in die Persönlichkeitsrechte eingreift – um die sich vorher die meisten einen feuchten Kehricht geschert haben?

Ist den Leuten eigentlich klar, dass es Orte gibt, an denen sich alleine das Sprechen der deutschen Sprache wie ein Verbrechen anfühlt? Dass man vor einem Denkmal steht und feststellt: Ach, hier sind Tausende Menschen deportiert worden, in erster Linie Frauen und Kinder. In Nordfrankreich hat der Hitler-Fan und als „Wüstenfuchs“ bekannte Erwin Rommel den „Atlantik-Wall“ überwacht. Dies an die Adresse der Rommel-Denkmal-Verfechter in Heidenheim.

Unerträglich ist, dass in Deutschland Corona-Protest als Freiheitsbewegung verkauft wird, die keine ist

Die Kahl-Burg, 1942 auf Hitlers Befehl von Albert Speer unter Zwang von ukrainischen und polnischen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern erbaut, ist heute eine Touristenattraktion in Nordfrankreich. „Wanderer. Erinnere Dich an die Einwohner der Picardie und Normandie, Männer, Frauen und Kinder, die unschuldig in die Lager der Nazis verbracht wurden, um dort auf immer zu verschwinden.“ Komme jetzt bitte niemand mit dem Vichy-Regime. Das hätte es einfach ohne deutsche Nazis nicht gegeben.

Unerträglich ist, dass in Deutschland Corona-Protest als Freiheitsbewegung verkauft wird, die keine ist. Es geht nicht um Freiheit oder Demokratie. Es geht um puren Egoismus.

Warum marschieren Tausende wissend mit extremen Rechten gerade zu einem Zeitpunkt, wo in den meisten Regionen so etwas wie Normalität herrscht? Warum wird das nicht einfach anerkannt? Warum ist es so ein Drama, im Supermarkt eine Maske zu tragen? Welche Freiheit wird hier eingefordert? Alles sagen, alles ablehnen zu dürfen? Der ständige Tabubruch unter dem Pseudolabel der „Freiheit“ ist ein Ergebnis rechter Propaganda.

Und die AfD-Fascho-Ecke schreit etwas vom „Schuldkult“

Jetzt schreit vermutlich die AfD-Fascho-Ecke etwas vom berüchtigten „Schuldkult“ (Alice Weidel, et al.), während Björn Höcke auf Facebook formuliert, dass er kein Problem mit der Herkunft von George Soros habe. Oha. Ist jüdisch zu sein an die Herkunft gebunden? Vielleicht gilt das dort in seinem Braunland, in dem er zu Hause ist.

Viele Menschen wollen Gegenwart und Vergangenheit umdeuten. Sie behaupten diktatorisches Vorgehen in einer Demokratie, um selbige abschaffen zu wollen. (Von Katja Thorwarth)

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