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Ursula von der Leyen ist laut dem Magazin Forbes die viertmächtigste Frau der Welt.
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Ursula von der Leyen ist laut dem Magazin Forbes die viertmächtigste Frau der Welt.

Kolumne

Die Ärztin und das Boot

  • Manfred Niekisch
    vonManfred Niekisch
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Ursula von der Leyen findet zum Naturschutz, aus Gründen der Gesundheit. Die „Bauernmilliarde“ in ihrem Heimatland taugt da wenig. Eine Kolumne.

Das steht sie nun, umrahmt von Kamala Harris auf Platz 3 und Melinda Gates auf Platz 5 der Liste der 100 mächtigsten Frauen der Welt. Ursula von der Leyen hat ihren vierten Platz behauptet. Eine honorige Position, die ihr das Forbes-Magazin gerade wieder zugewiesen hat, zwischen der künftigen Vizepräsidentin der Vereinigten Staaten und der Mitbegründerin einer der reichsten Stiftungen der Welt.

Die eine hat sich die Wiedervereinigung der gespaltenen US-Bevölkerung auf die Fahnen geschrieben, die andere aktuell vor allem die Bekämpfung der Corona-Pandemie. Die Position dieser Spitzenplätze wird überstrahlt von der Frau auf Platz 1, die diesen Rang nun schon 10 Jahre in Folge innehat, Ursula von der Leyens Landsfrau Angela Merkel.

Wenn Ursula von der Leyen derzeit vor die Öffentlichkeit tritt, dann viel beachtet zum Thema Impfen und dem Stoff dazu. Meist geht es darum, wer wie viel bestellt hat und wie der Stoff verteilt wird. Viel weniger Beachtung fand, was sie am Montag beim „One Planet Summit“ zum Thema Biodiversität äußerte.

Das war als wissenschaftliche Erkenntnis zwar nicht ganz neu, aber aus dem Munde der Präsidentin der Europäischen Kommission klingt es doch sehr gewichtig. Und besonders glaubwürdig aus dem Munde der gelernten Ärztin.

Sie ließ keinen Zweifel, dass der Verlust an biologischer Vielfalt ursächlich eng verbunden ist mit dem Ausbruch von Covid 19. Und dass zur Erhaltung der Biodiversität global, regional und lokal gehandelt werden müsse. Auch im Interesse unserer Gesundheit. Sie sprach sogar vom Beginn einer Ära der Pandemien, wenn wir nicht schnell und dringend im Naturschutz agieren. Soweit, so gut! Applaus!

Sie hätte gleich noch ein paar kritische Worte zur gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union sagen können, auch in Richtung ihres Heimatlands, in dessen Landwirtschaftspolitik so einiges im Argen liegt.

Mit der gerade geschaffenen „Bauernmilliarde“ soll aus Bundesmitteln die Anschaffung von Maschinen gefördert werden, die Düngemittel und Gifte exakt ausbringen oder zur mechanischen Unkrautbekämpfung eingesetzt werden können. Auch die Investition in Anlagen zur weniger umweltschädlichen Lagerung von Gülle kann aus diesem Topf erfolgen.

Das Geld ist den meisten Landwirtinnen und Landwirten verständlicher Weise willkommen, aber selbst aus ihren Organisationen kommen laute Zweifel, ob das für den Schutz von Biodiversität und Klima etwas bringt. Zumindest hätte man mit demselben Geld, anders ausgegeben, viel mehr für Umwelt und Gesundheit erreichen können. Und das, ohne die deutsche Bauernschaft weiter mit dem Image von Subventionsempfängerinnen und Subventionsempfängern zu belasten.

Nun darf man gespannt sein, was mit der neuen Biodiversitätsstrategie der Europäischen Union bis 2030 für Natur und Umwelt erreicht wird. Und darüber zur Sicherung der menschlichen Gesundheit. Ratspräsidentin von der Leyen jedenfalls zeigt sich entschlossen.

Als Verteidigungsministerin bürdete Ursula von der Leyen den deutschen Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern 135 Millionen Euro auf für die Sanierung der Gorch Fock. Viel zu viel für ein Schiff. Jetzt geht es aber um die Reparatur des Bootes, in dem wir sitzen. Die dürfte deutlich teurer werden.

Manfred Niekisch ist Biologe und ehemaliger Zoodirektor.

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