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Markus Söder aka Kaiser von Bayern liegt der „Parameter Mobilität“ mit all seinen Verästelungen in Corona-Zeiten besonders am Herzen.
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Markus Söder aka Kaiser von Bayern liegt der „Parameter Mobilität“ mit all seinen Verästelungen in Corona-Zeiten besonders am Herzen.

Kolumne

Corona und die 15 Kilometer: Wie Markus Söder Kaiser von Deutschland werden will

  • Katja Thorwarth
    vonKatja Thorwarth
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15 Kilometer sind wegen des Coronavirus das Gebot der Stunde - keine 10, aber auch keine 20. Der „Parameter Mobilität“ liegt besonders Markus Söder am Herzen. Die Kolumne.

  • Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, gilt vielerorts eine Einschränkung der persönlichen Mobilität.
  • Wegen der hohen Inzidenzwerte greift diese Einschränkung zum Beispiel in Gießen oder Limburg.
  • Unsere Kolumnistin schreibt über Sinn und Unsinn solcher Einschränkungen.

Was haben Gießen und Limburg gemeinsam? Aktuell sitzen dort Groß und Klein und Jung und Alt vor den als unentbehrlich eingestuften „Calcmaps“, um sich ihre erlaubte Bewegungsfreiheit in Sachen „Tagestourismus“ anzeigen zu lassen. Das ist einfach kinderleicht: Wohnort eingeben, den 15-Kilometer-Radius anklicken – und ab geht die Post. Die Gießenerin kommt noch bis nach Langgöns, Hungen ist hingegen nicht mehr im Geschäft, Allendorf müsste eventuell behördlich geprüft werden. Das nämlich liegt genau auf der Markierung, ein dicker roter Punkt auf einem hellblauen Kreis.

Denn 15 Kilometer sind das Gebot der Stunde. Keine 20, aber auch keine zehn. Klar, auf irgendetwas muss man sich ja einigen, werden sie sich gedacht haben, und schließlich ist 15 eine natürliche Zahl zwischen 16 und 14. Außerdem ist sie ungerade, was ihr Alleinstellungsmerkmal zumindest im Verbund mit der 10 und der 20 markiert.

15-Kilometer-Regel wegen Corona: Vorgaben stiften Verwirrung

Übrigens darf die Gießenerin nach Wetzlar*, auch wenn da der Bär momentan ohnehin nicht steppt. Der steppt in Frankfurt zwar genauso wenig, aber hier wäre sie längst in der Corona-Sperrzone. Umgekehrt darf die Frankfurterin einen Tagestrip nach Gießen wagen, die Inzidenz von 200 ist bislang noch nicht überschritten – womit eine weitere, mächtigere Zahl ins Spiel kommt, bestimmt sie doch über Sein oder Nicht-Sein der 15 (Kilometer). Hotspot-Marke ist nach der 50 nun also die ältere Schwester 200, und man hat ein Gutes daran getan, mit einer geraden Zahl einen Ausgleich zwischen gerade und ungerade in ihrer Koexistenz zu schaffen.

15-Kilometer-Regel wegen Corona: Söder tut sich besonders hervor

Markus Söder aka Kaiser von Bayern liegt der „Parameter Mobilität“ mit all seinen Verästelungen in Corona-Zeiten besonders am Herzen. Liebevoll hat er die „15 Kilometer“ in Kausalität mit der 200 als „Vertiefung“ der Maßnahmen umschrieben; als das Heil, ohne das definitiv und mitnichten irgendetwas jemals besser werde. Und wenn sich einer mit der Pandemie auskennt, dann ist es Söder.

Markus Söder (CSU) macht es sich vor dem Alpenpanorama gemütlich.

Der „vertiefte Lockdown“ ist sprachlich etwas unsauber, um nicht zu sagen metaphorisch völlig unbrauchbar. Ebenso wie das Södersche „Schlupfloch“, dem sich noch zu viele bedienten – das klingt eher nach Steuerhinterziehung, als nach Leuten, die mit ihren Kindern rodeln fahren. Aber, und da hat Söder natürlich völlig recht, es schlagen „die Menschen“ der Vernunft mutwillig und auf Biegen und Brechen ein Schnippchen, diskutieren womöglich noch unnötigerweise über „Einzelmaßnahmen“, anstatt das große Ganze als das anzuerkennen, was es ist: ein „lange durchdacht und mehrfach überlegt(er)“ Plan.

15-Kilometer-Regel wegen Corona: Beim Volk werden „Zügel angezogen“

Überhaupt ist „Corona eine Charakterfrage der Politik“, da sind „Schlupflöcher“ nur für das Großkapital mitgedacht, während beim Volk die „Zügel angezogen“ (Söder) gehören. Das ist die klare Kante, die ein Ministerpräsident zeigen muss, der Kaiser von Deutschland werden will. Gleichsam geht Söder in puncto „15 Kilometer“ längst mit gutem Beispiel voran.

Immerhin lässt sich der Franke, ganz imaginär tagestouristisch, in der bayrischen Staatskanzlei bevorzugt vor Alpenpanorama ablichten. Eine Fototapete, vermutlich auf Pressspan gezogen, zeigt, in welchen Sphären beziehungsweise auf welchem Niveau mit Suggestion gearbeitet wird.

Er werde „um jedes Leben kämpfen“, hat Söder auf dem digitalen Neujahrsempfang der CDU Ruhr tief bewegt versprochen. Konzeptuell nach wie vor wohl nicht in den Pflegeeinrichtungen, aber dafür haben wir jetzt die 15 Kilometer. (Katja Thorwarth) *giessener-allgemeine.de ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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