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Wir bangen seit Wochen, dass das höchste Fest der Christenheit dran glauben muss.
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Wir bangen seit Wochen, dass das höchste Fest der Christenheit dran glauben muss.

Kolumne

Trotz Corona-Krise: Sorget Euch nicht, Weihnachten findet statt

  • Michael Herl
    vonMichael Herl
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Die Kirchen und die Boutiquen bleiben offen. Dabei gäbe es andere, viel wichtigere Orte, deren Tore leider verschlossen sind. Die Kolumne.

  • Einer Weihnacht mit ordentlich Konsum steht auch in der Corona-Krise nichts im Wege.
  • Corona und Weihnachten? Aber sicher doch!
  • Freude also allerorten – außer bei den Gastronomen.

Eigentlich könnte man ja meinen, durch die Corona-Pandemie habe das letzte Stündchen des Einzelhandels endgültig geschlagen. Das stimmt nur zum Teil. Denn auch wie in anderen Bereichen ist das Virus nicht der Grund für eine Entwicklung, sondern höchstens ein Beschleuniger. Ein verändertes Kaufverhalten im Verbund mit überhöhten Gewerbemieten sorgt schon seit Jahren für den Niedergang einer jahrhundertealten Kaufmannstradition. Der Mensch kommt nicht mehr zur Ware, die Ware kommt nun zum Menschen. Hingeschleppt von Heerscharen unterbezahlter Hilfskräfte, die häufig keine andere Chance sehen, ihr spärliches Dasein zu finanzieren.

Shopping zu Corona-Zeiten: Die Luxusläden brummen

So ist sie nun mal, die schöne neue Welt. Doch wer nun schwarzsieht, sieht das Licht nicht. Denn offensichtlich gibt es nicht alles online, zumindest wird nicht alles so gekauft. Man gehe nur mal samstags zu Tiffany. Nein, nicht zum Frühstück, nur zum Gucken. Dort und vor ähnlich systemrelevanten Versorgungseinrichtungen wie Gucci oder Prada, gewissermaßen die Tafeln der anderen, kann man nämlich lange Schlangen Trotziger sehen, die dem Einzelhandel wacker die Stange halten und die Geschenke für ihre Lieben noch von Angesicht zu Angesicht erstehen. Das bietet uns doch Trost, oder? Halt, keine Häme! Es ist dies kein Zeichen einer durch das Virus weiter auseinanderklaffenden Gesellschaft, es will uns vielmehr sagen: Sorget Euch nicht, Weihnachten findet statt.

Hosianna, welch’ Freude. Bangten wir doch seit Wochen, das höchste Fest der Christenheit müsse im Zuge des Verbietungswahns aller Verschwörungsveranstaltungen auch dran glauben. Gott sei Dank dürfen auch Gottesdienste abgehalten werden, das versprechen uns Politikmachende jeglicher Couleur. Das gebietet ihr Gespür für die wahren Bedürfnisse der Menschen, schließlich will die überwältigende Anzahl von acht Prozent unserer Bevölkerung einer solchen Versammlung beiwohnen, wie eine Umfrage des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ ergab.

Corona und Weihnachten: Alles kein Problem

Das ist zwar etwas verwunderlich, da dort die Akteure auf der Bühne ihren Text ablesen, während anderorts jene, die ihn auswendig können, nicht auftreten dürfen. Aber was soll’s. Wir wollen mal nicht kleinlicher sein als der Papst und die Kirche im Dorf und den Dom in Kölle lassen, obwohl die dortigen Kappensitzungen auch nicht stattfinden können – im Gegensatz zu jenen am Heiligen Abend. Dass die professionellen Notfallseelsorgerinnen in den meist bahnhofsnahen Häusern mit den weihnachtsroten Laternen ihrer Mission ebenfalls nicht nachkommen dürfen, erstaunt denn auch ein wenig. Werden ihre Dienst doch gerade während des Fests der Liebe überdurchschnittlich häufig in Anspruch genommen.

Egal, Hauptsache, Weihnachten ist gesichert. Schließlich suggeriert man uns seit Wochen, es gebe nichts Wichtigeres als dessen Erhalt. Das dürfte besonders bei dem großen Anteil von Musliminnen und Muslimen in unserer Gesellschaft für immense Erleichterung sorgen. Freude also allerorten – außer bei den Gastronomen. Die haben ihr fettes Geschäft mit den von Jahr zu Jahr mehr ausufernden Gänse-Gang-Bangs schon lange abgeschrieben. Für die geschundenen Viecher kam das zu spät. Sie ruhen schon längst von ihrer Pein erlöst im ewigen Eis polnischer Gefrierschränke und warten auf den nächsten Tag des Heiligen Martin.

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