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Kolumne

Bundestagswahl 2021: Das wichtigste Thema, das im Wahlkampf gar nicht vorkommt

  • Manfred Niekisch
    VonManfred Niekisch
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Die neue Bundesregierung muss sich um die großen Umweltkrisen kümmern, auch wenn diese im Wahlkampf unter „ferner liefen“ rangierten. Die Kolumne.

Frankfurt - Kamen sie etwa zu spät, um den Wahlkampf vor der Bundestagswahl 2021 zu prägen? Der Weltklimabericht der Vereinten Nationen erschien letzte Woche, und der Bericht des Erdbeobachtungsprogramms Copernicus der EU zum Zustand der Meere sogar erst wenige Tage vor der Bundestagswahl. Was beide Berichte zu verkünden haben, müsste eigentlich alle Parteien, denen das Wohl Deutschlands und vielleicht sogar der Menschheit am Herzen liegt, aufschrecken und zu sofortigem Handeln veranlassen.

Die international vereinbarten Klimaziele werden bei Weitem verfehlt, besagt der UN-Bericht. Copernicus stellt fest, dass der Meeresspiegel schon jetzt so gut wie unaufhaltsam steigt, weil das Eis in der Arktis und in der Antarktis schneller und ausgedehnter schmilzt als noch vor ganz kurzer Zeit vorhergesagt. Die Ozeane selbst sind in einem alarmierenden, miserablen Zustand.

Die neue Bundesregierung muss sich um die großen Umweltkrisen kümmern.

Bundestagswahl 2021: Klimarettung jetzt oder nie

In beiden Papieren werden die katastrophalen Auswirkungen für die Menschheit dargelegt. Flüchtlingsströme in einem Ausmaß, das alles bisher Gesehene und Erlebte in den Schatten stellt. Gleiches gilt für Landverlust, Extremwetterlagen, Hitzetote, Ernteeinbrüche durch Dürre, Hungersnöte, Wassermangel. All das verbunden mit einem menschengemachten Rückgang der biologischen Vielfalt, wie wir ihn noch nie erlebt haben.

Es gab sogar einmal, von den Staaten der Erde vereinbart, das Ziel, den Verlust der Biodiversität bis 2010 aufzuhalten. Davon reden allenfalls noch Nostalgiker, die sich daran erinnern und bedauern, dass das nun so gar nicht erreicht wurde. Im Gegenteil, fast täglich kommen Horrormeldungen über die Zunahme der Anzahl bedrohter und ausgestorbener Arten hinzu. Auch hierzu belegen realistische Studien und aktuelle Fakten, wie, warum und mit welch tiefgreifenden wirtschaftlichen Folgen der Verlust von Tier- und Pflanzenarten verbunden ist.

Der Klimawandel erzeugt Dürren, durch die Waldbrände wie hier in Kalifornien immer verheerender werden. (Archivbild)

Wahlkampf vor der Bundestagswahl 2021: Biodiversität spielt kaum eine Rolle

Gut, das Thema Klima spielte im Wahlkampf zur Bundestagswahl eine gewisse Rolle. Das Wort Biodiversität kam dagegen kaum vor. Daran ändert auch das in Umsetzung befindliche Insektenschutzprogramm nichts, schon gar nicht das Geplänkel des Bundeslandwirtschaftsministeriums zur Behebung der Krise der Landwirtschaft, die stattdessen von Grund auf einer ökologischen Reform bedarf. Nicht zulasten der Bäuerinnen und Bauern, sondern getragen von der gesamten Gesellschaft.

Zum Autor

Manfred Niekisch ist Biologe und ehemaliger Zoodirektor. In seiner Kolumne für die FR schreibt er meist über Umweltschutz und manchmal über die Bundestagswahl.

Kamen die beiden neuen Berichte zu spät, um als Wahlkampfthemen die angemessen große Rolle zu spielen? Ach Unsinn, all das war doch längst bekannt, frühere Studien haben es aufgezeigt und prognostiziert. Copernicus und der UN-Klimabericht machen lediglich deutlich, dass politisch bisher viel zu wenig passiert ist und alles so schlimm kommt oder noch viel schlimmer kommen könnte als vorhergesagt.

Egal, wer die Bundestagswahl 2021 gewinnt, muss Flora und Fauna schützen

Was an Arten schon verlorengegangen ist, kommt nie mehr wieder. Und was an Arten demnächst ausstirbt, auch nicht. Da helfen nur flächenwirksame und breit angelegte Schutzmaßnahmen für Fauna und Flora und deren Lebensräume. Und das ganz schnell.

Das darf kein Randthema bleiben, egal wie die neue Bundesregierung sich zusammensetzt. Selbst wenn, nein, gerade weil der Biodiversitätsschutz im Wahlkampf neben all den anderen Themen allenfalls unter „ferner liefen“ rangierte. (Manfred Niekisch)

Rubriklistenbild: © Ethan Swope

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