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Armin Laschet unterwegs mit seinem „Schattenmann“  Nathanael Liminski.
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Armin Laschet unterwegs mit seinem „Schattenmann“ Nathanael Liminski.

Bundestagswahl 2021

Armin Laschet und der Opus Dei: Gibt es Verbindungen?

  • Katja Thorwarth
    VonKatja Thorwarth
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Die unkonkrete Schwammigkeit ist die Kerndisziplin von Armin Laschet. Kommt der scheinbar nette Onkel aus Aachen damit durch? Die Kolumne.

Die Fähigkeit, viel zu reden, ohne Nennenswertes zu sagen, beherrscht Armin Laschet aus dem Effeff. Erneut bewies er das beim ARD-Sommerinterview, wo der Kanzlerkandidat der Union das schwammig Unkonkrete als seine Kerndisziplin unterstrich, ganz so, als hätte er dauerhaft einen Phrasenautomaten implantiert.

Laschet macht das vor der Bundestagswahl ganz geschickt. Während Direktkonkurrentin Annalena Baerbock von einer Verfehlung in die nächste stolpert und das Schadensmanagement der Grünen im besten Fall als ausbaufähig umschrieben werden kann, mimt Laschet den netten Onkel aus Aachen. Erinnert sei hier an das Ringen um die Kanzlerkandidatur, als Laschet den bayerischen Sonnenkönig nicht wegbiss, sondern sich vielmehr zum „Frontmann von Söders Gnaden“ (Spiegel) küren ließ.

Bundestagswahl: Liminski ist der „Laschet-Flüsterer“ – Familie mit Verbindung zu Opus Dei

Doch wie nett ist der NRW-Ministerpräsident tatsächlich? Blicken wir zunächst auf Nathanael Liminski, Chef der Staatskanzlei und als „Laschet-Flüsterer“ bekannt. Sein Elternhaus ist eng mit der ultrareaktionär-katholischen Vereinigung „Opus Dei“ verbunden, er selbst Mitbegründer der „Generation Benedikt“, die sich an Papst Benedikt aka Joseph Ratzinger orientiert. „Ich kenne viele Homosexuelle, und einige tun mir leid. Der Staat muss schon aus reiner Selbsterhaltung die natürliche Form der Ehe und Familie fördern“, ist als Statement des „Schattenmannes“ nur folgerichtig und passt erstaunlich gut zu den Wahlkampfplakaten der Union. Da wird mit heller Haut und Heteronormativität zu punkten versucht – Diversität ist ergo bäh.

Wen hat Laschet stattdessen auf seinem Zettel? Sozial Schwache suchen sich vergeblich, vielmehr spricht die SZ bezüglich des Parteiprogramms von einer „Offensive für Gutverdiener“, für die die Union demnach „ein ganzes Feuerwerk abbrennen“ wolle. Beispielsweise soll der Solidaritätszuschlag für alle gestrichen und die Unternehmenssteuer gedeckelt werden. Aber er fabuliert in der ARD etwas von „Nicht die Zeit für Steuerentlastungen“ – ach, Laschet.

Armin Laschet äußert sich vor der Bundestagswahl ganz eigen zu CO2 und der „sozialen Frage“

Interessant ist auch seine Haltung in Sachen CO2-Steuer. Er fände es falsch, „wenn nur die Reichen fliegen und die anderen sich den Mallorca-Flug nicht mehr leisten können“. Das sei eine soziale Frage, diktierte er der Wochenzeitung Zeit in die Feder. Um beim Thema CO2-Zuschlag beim Heizen von selbiger nichts mehr wissen zu wollen: „Letztlich müssen die Kosten für den Verbrauch von Energie auch von dem getragen werden, der diese Energie nutzt.“ Aha, also nach Malle fliegen wird vom Staat gesponsert, in der eigenen Bude nicht zu erfrieren, ist aber ein rein individuelles Luxusvergnügen? Da werden sich die Luftfahrtunternehmen und Vermietergesellschaften aber freuen wie Bolle.

Kommen wir zu einem weiteren Schmankerl, diesmal aus der Rubrik „Laschet realpolitisch“ am Beispiel von NRW. Dort plant die Landesregierung ein neues Versammlungsgesetz, das laut Expertenmeinung versucht, „bis zur Schmerzgrenze die Versammlungsfreiheit einzuschränken“. Künftig soll „das Tragen von Uniformen oder ähnlichen gemeinschaftlichen Merkmalen verboten werden, wenn sie Gewaltbereitschaft vermitteln und dadurch einschüchtern“ (WDR).

Die Polizei dürfte sicherlich nicht gemeint sein, nur: Was sind gemeinschaftliche Merkmale? Das können Fußballtrikots oder schwarze T-Shirts genauso sein wie die kollektiven Fascho-Glatzen. Und wer ist wann einschüchternd? Alles schön bis zur Schmerzgrenze auslegbar, ähnlich wie die Phrasen von Armin Laschet. Womit sich der Kreis schließt. (Katja Thorwarth)

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