Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Alice Weidel auf dem AfD-Parteitag in Kalkar.
+
Alice Weidel auf dem AfD-Parteitag in Kalkar.

Extreme Rechte

AfD in Zeiten von Corona: Vom Überflieger zum extrem rechten Loser

  • Katja Thorwarth
    VonKatja Thorwarth
    schließen

Selbst aus der Corona-Krise vermag die AfD derzeit kein politisches Kapital mehr zu ziehen. Und das trotz der katastrophalen Performanze der Regierung. Die Kolumne.

Frankfurt – Der 14. März dürfte für die blau-braune Politblase in denkbar schlechter Erinnerung bleiben. Was hatten sie sich nicht alles vorgenommen für den Einstieg ins Superwahljahr 2021? Eine „Quittung für das Corona-Chaos“ (Alice Weidel) im ganz großen Stil hatte sich die AfD wohl in zartblauen Traumsequenzen ausgemalt; dem links-grün-rot-schwarz versifften Pack einmal mehr zeigen, was eine Harke von ganz rechts außen ist.

Doch dann sind sie flächendeckend abgeschmiert, und das selbst im Ländle, obwohl dort Weidel selbst Sprecherin des Landesverbandes Baden-Württemberg ist und eigens an den Bodensee gereist war – alles für die Katz. Unentspannte 5,4 Prozent Verluste hat die AfD in ihrer einstigen westdeutschen Hochburg eingefahren, was nicht nur ihre neue Einstelligkeit markiert: SPD und selbst die FDP, besonders peinlich, konnten die Blau-Braunen hinter sich lassen.

AfD im Superwahljahr 2021: Verlierer trotz Corona-Krise und CDU-Maskenaffäre

Aber der Tränen-Fluss dürfte auch über die pfälzische Grenze geschwappt sein. 2016 hatte es noch eine zwölf vor dem Komma gegeben, 2021 nur eine popelige acht (minus 4,3). Dabei wurde extra mit „Deutsche Frau kein Freiwild. Kapiert?“ ein rassistischer Slogan inklusive eklatanter Grammatikschwäche und sexistischer Zwangsrhetorik im AfD-Wahlkampf bedacht. Vielleicht haben genau jene 4,3 Prozent ihre Briefwahlunterlagen von Frauen zur Post bringen lassen. Wer steckt da schon drin.

Ok, in Hessen waren es Kommunalwahlen, aber come on, AfD: schon wieder minus 5, schon wieder nur einstellig mit 6,9. Dabei war man sogar in Büdingen und Wetzlar angetreten, um womöglich in der osthessischen Provinz von der NPD Stimmen abzugreifen. Pustekuchen, hat alles nicht gereicht. Und in Frankfurt, dort, „wo der Linksradikalismus seine Wurzeln“ (Heidi Mund) hat, ist das Bild völlig desaströs. Keine 5 Prozent mehr, um 4,4 Punkte abgeschmiert und analog zu Baden-Württemberg, puh, von der FDP überholt worden. Das sind die nackten Zahlen, richtig weh tun dürfte jedoch, aus der Corona-Politik der Bundesregierung kein Kapital geschlagen zu haben. Was man bei der Performance erst einmal hinbekommen muss, wohlgemerkt als „größte Oppositionspartei“ (AfD). Au weia.

Stolpern durch die Pandemie: AfD schlägt weder Kapital aus Corona noch durch Korruption

Da liefert die Union einen Korruptionsskandal nach dem nächsten auf dem Platintablett, um mit der Maskenaffäre nur den aktuellsten zu nennen. Da schafft es die SPD nicht, mehr als nur mäandernd durch die Pandemie zu stolpern. Da übertrumpfen sie sich in Planungsfehlern und Ignoranz gegenseitig – Stichworte Impfen, Corona-Tests, Osterrunde –, während soziales Leben und Wirtschaft längst gegen die Wand fahren. Da definieren Bund und Länder in Sachen Schul- und Kitapolitik neu, was Irrlichtern auf Kosten Dritter meint. Kurz, trotz bester Voraussetzungen schafft es die AfD nicht, zu punkten. Geschweige denn zu zeigen, dass sie mehr kann, als nur extrem rechts zu sein. Na wenn das mal nicht ordentlich Ärger mit Björn Höcke gibt.

Dabei hat sie sich konsequent an die „Querdenker“ angewanzt, hatte stets die Demoaufrufe zur Corona-Leugnung geteilt und hier und da zaghaft neben dem harten Kern der rechten Szene und potenziell dem Königreich Mittelerde die blaue Flagge in der Nachmittagssonne geschwenkt. Sind das denn etwa keine 40 Milliarden Gleichgesinnte, wenn nicht auf der Straße, so doch im Geiste? Hat die AfD am Ende gegen Bill Gates verloren? „Jetzt erst recht“, postete schließlich Alice Weidel auf Facebook, und wenn das nicht nach Loser klingt, was dann? (Katja Thorwarth)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare