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Siemens-Boss Joe Kaeser hätte besser jetzt die Notbremse gezogen.

Streit um Kohle-Projekt in Australien

Siemens entscheidet sich gegen das Klima - und schadet damit auch sich selbst

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Siemens schadet mit der Entscheidung für eine vertraglich vereinbarte Signalanlage für den Abbau von Kohle in Australien dem Firmen-Image. Der Kommentar.

Siemens hat sich entschieden - für die Vertragstreue, gegen das Klima. Der Konzern liefert die Signalanlage für die Transportbahn, die künftig eine der weltgrößten Kohleminen in Australien mit dem Exporthafen verbinden wird. Ein Zeichen dafür, dass die Signaltechnik im Konzern selbst völlig veraltet ist.

Es war wahrscheinlich, dass es so ausgehen würde - trotz des gewaltigen öffentlichen Drucks, den vor allem die Fridays for Future-Aktivisten aufgebaut hatten. Siemens hätte zwar locker auf den Umsatz von 18 Millionen Euro aus dem Australien-Deal verzichten können. Doch der Konzern sah das Risiko als zu groß an, als unsicherer Vertragspartner dazustehen und damit womöglich andere, größere Geschäfte zu gefährden. Aus interner Sicht mag das nachvollziehbar sein. Nur: Die reicht heute nicht mehr.

Der Imageschaden für den Konzern ist unkalkulierbar. Er hätte besser jetzt die Notbremse gezogen und sich der Linie der Konkurrenten Alstom und Hitachi angeschlossen, die eine Beteiligung an dem rufschädigenden Projekt in Australien ablehnten. Wettmachen kann Siemens den Schaden nur, wenn der nun angekündigte „Nachhaltigkeitsrat“ wirklich alle klimakritischen Projekte im Vorfeld ausmustert. Da geht es um weit mehr als die Australien-Peanuts.  

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